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Attentat in Hanau : Die Wut bleibt, das Misstrauen wächst

Ein Bild, Blumen und ein Marmorkreuz für den ermordeten Vili-Viorel Păun am Kurt-Schumacher-Platz, dem Ort seiner Ermordung. Bild: Frank Röth

Ein Jahr nach dem Attentat von Hanau stehen Vorwürfe gegen die Sicherheitsbehörden im Mittelpunkt. Die Angehörigen fühlen sich vom Staat im Stich gelassen.

          6 Min.

          „Für den Helden Vili-Viorel Păun“ heißt es auf dem Kreuz, das auf dem schmalen Grünstreifen zwischen Parkplatz und Discounter steht. Dort wurde Păun in seinem Auto erschossen, in jener Nacht, die Hanau ins Mark traf. Danach lief der Täter in den Kiosk und in die angrenzende Bar. Die Videoaufnahmen der dortigen Überwachungskameras zeigen, wie schnell und wie geübt er vorging. Nur wenige Sekunden hielt er sich in den Räumen auf. Er schoss gezielt auf alle, die er sah. Auf den Aufnahmen fallen die Menschen der Reihe nach zu Boden. Neun Personen ermordete der Täter bei dem rechtsextremen Anschlag am 19. Februar. Dann erschoss er seine Mutter und sich selbst.

          Julian Staib

          Politischer Korrespondent für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland mit Sitz in Wiesbaden.

          Marlene Grunert

          Redakteurin in der Politik.

          Anders als bei früheren Terrorakten stehen seitdem die Namen der Getöteten im Vordergrund, auch weil kein Mörder lebt, gegen den es ein Verfahren geben könnte. An vielen Orten in der Stadt sind Aufkleber zu sehen, auch auf der Scheibe des Kiosks in der Hanauer Kesselstadt. „Say their names“ steht darauf, sag(t) ihre Namen. Das tun die Angehörigen seitdem voller Trauer und auch voller Wut. Ein Jahr danach ist die nicht weg, im Gegenteil. Denn aus ihrer Sicht sind zentrale Fragen weiter ungeklärt – auch wenn die Ermittlungen des Generalbundesanwalts vor dem Abschluss stehen.

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