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Waldkraiburg : Attentäter plante auch Anschläge auf Moscheen

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Waldkraiburg: Brandermittler der Polizei in der Ruine eines türkischen Geschäfts nach einem Brandanschlag Bild: dpa

Der Attentäter von Waldkraiburg hat Anschlagspläne auf Moscheen und türkische Einrichtungen gestanden. Neben mehreren Moscheen im näheren Umkreis habe er auch Moscheen in Großstädten angreifen wollen.

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          Der Attentäter von Waldkraiburg hat gestanden, Anschläge auf Moscheen und türkische Einrichtungen geplant zu haben. Der 25-Jährige habe sich gegenüber den Ermittlern freimütig geäußert, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur in Karlsruhe am Mittwoch. Demnach wollte der Mann, der sich als IS-Anhänger bezeichnet, zwischen dem 15. und 17. Mai mehrere Moscheen des Islamverbandes Ditib im Raum Waldkraiburg angreifen. Dem sollten Anschläge auf das türkische Generalkonsulat in München und auf die Ditib-Zentralmoschee in Köln folgen. Dabei habe er die jeweiligen Imame erschießen wollen. Für die Angriffe habe er seit Februar Brandvorrichtungen und erhebliche Mengen Sprengstoff hergestellt.

          Die Bundesanwaltschaft hatte am Dienstag die Ermittlungen übernommen und vom Verdacht der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat gesprochen. Der Mann war vor eineinhalb Wochen wegen mehrerer Anschläge auf Geschäfte türkischstämmiger Inhaber in der oberbayerischen Stadt festgenommen worden. Er soll Scheiben dreier türkischer Läden eingeschlagen und ein Feuer in einem Gemüseladen gelegt haben. Sechs Menschen wurden verletzt. Der Mann soll aus Hass auf türkischstämmige Menschen und den türkischen Staat gehandelt haben.

          Muslime verängstigt

          Der Geschäftsführer des türkisch-islamischen Ditib-Landesverbandes Südbayern, Aykan Inan, sagte der dpa in München: „Es müssen schnell die Hintermänner gefasst werden. Von irgendwem muss er ja die Waffen gekriegt haben.“ Inan sagte weiter, schon nach den ersten Anschlägen habe die oberbayerische Polizei mit der Ditib-Gemeinde in Waldkraiburg als einzigem größeren türkisch-islamischen Verein in der Stadt ein Sicherheitskonzept erarbeitet. Türen seien verschlossen gewesen, wenn niemand in der Moschee war. Die Überwachungstechnik wie Kameras samt Aufzeichnungen sei gecheckt worden. Die Polizei sei häufiger Streife gefahren.

          „Wir haben erwartet, dass er auch Moscheen ins Visier nimmt“, sagte Inan. Deshalb hätten auch andere muslimische Gotteshäuser in der Region Kontakt mit der Polizei gehabt. Es habe zwar seit Jahren eine latente Sorge gegeben, so Inan. Aber es sei doch überraschend, dass sich jemand auch in dieser ländlicheren Gegend, in der nicht so viele Muslime und Türken leben wie etwa in München, derart radikalisiert. „Man hat da eher in Frieden gelebt. Nun sind wir verängstigt.“

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