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Nach der Attacke von Merz : Es gibt gute Gründe, den Parteitag nicht zu verschieben

Friedrich Merz vor einem Auftritt auf dem Jahresempfang des Wirtschaftsrats der CDU Hessen im Kloster Eberbach. Bild: Lucas Bäuml

Es geht auch ganz ohne Verschwörungstheorien: Wenn der CDU an einem Wahlsieg bei den Landtagswahlen im März gelegen ist, darf sie den Wahlparteitag nicht verschieben.

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          Es gibt einen triftigen Grund, den CDU-Parteitag zur Wahl eines neuen Vorsitzenden nicht zu verschieben. Nein, nicht weil das „Establishment“ sich mit seinen ach so finsteren Plänen nicht durchsetzen darf. Eine Verschiebung in den März nächsten Jahres bedeutete, den Wahlkämpfern der CDU in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz in die Kniekehlen zu springen.

          Eine verwundete Partei, ein Streit um Richtungen, eine ungewisse Kanzlerkandidatur, eine Angela Merkel, deren Bonus verloren ist – man sieht Winfried Kretschmann und Malu Dreyer geradezu, wie sie sich vergnügt die Hände reiben. Denn das alles wäre auch dann noch der Fall, wenn Anfang März, also nur Tage vor den Wahlen, der Show-down um den Vorsitzenden veranstaltet würde. Das kann niemand in der CDU wollen, auch Armin Laschet nicht. Denn bei einer Niederlage in den Landtagswahlen stünde er als begossener Pudel da, wenn nicht sogar als Sündenbock.

          Eine Briefwahl aber, immer noch der sicherste Weg, zu einem Parteitag zu kommen, nimmt mehr als 70 Tage in Anspruch. Eine Entscheidung dürfte also nicht erst im Januar getroffen werden, um rechtzeitig vor den Landtagswahlen für Ruhe zu Sorgen. Die Zeit drängt.

          Es ist ein Rätsel, warum Friedrich Merz nicht mit diesen Argumenten, sondern auf seine Weise auf die Verschiebung des Parteitags reagiert hat. Es geht ganz ohne Verschwörungstheorie und den Vorwurf, er solle „verhindert“ werden. Merz hätte sich in den Dienst der Wahlkämpfer gestellt, Verantwortung für die Kampagnenfähigkeit der CDU gezeigt und Laschet obendrein in große Verlegenheit gebracht. So aber hat er einen tiefen Graben ausgehoben, der auch nach der Wahl des neuen Vorsitzenden so schnell nicht zugeschüttet werden kann.

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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