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Attacke in Wismar : Ermittlungen nach Messerstichen auf Linken-Politiker

  • Aktualisiert am

Ein junger Kommunalpolitiker der Linkspartei in Wismar ist bei einer Messerattacke verletzt worden. Die Beschreibung der mutmaßlichen Täter deutet auf einen Angriff Rechtsextremer.

          Nach Darstellung der Linkspartei ist ihr Mitglied Julian Kinzel in der mecklenburgischen Stadt Wismar Opfer einer rechtsextrem motivierten Messerattacke geworden. Kinzel wurde dabei durch siebzehn Messerstiche verletzt. Er selbst gibt an, er sei von drei Männern angegriffen worden, die ihn als „schwule Kommunistensau“ beschimpft hätten.

          Der 18 Jahre alte Kinzel gehört als jüngstes Mitglied dem Kreisvorstand der Linkspartei in Schwerin an und ist einer der Sprecher der Jugendorganisation der Partei „Solid“. Der junge Kommunalpolitiker musste in ein Krankenhaus, konnte es aber schon wieder verlassen. Eine Anzeige bei der Polizei machte er erst einen Tag später über das Internet.

          Die Linkspartei sieht einen politisch motivierten Angriff mit rechtsextremem Hintergrund. Darauf ließ die Beschimpfung schließen, aber auch die Tatsache, dass einer der Angreifer Kleidung der Marke Thor Steinar getragen habe, die von Rechtsextremen bevorzugt getragen wird.

          Der Bundesvorstand der Linkspartei verurteilte den Angriff und forderte zügige Ermittlungen. „Seit Monaten erleben wir einen zunehmenden Extremismus von rechts, eine zunehmende Radikalisierung, die bis in die Mitte der Gesellschaft reicht: Angriffe auf Flüchtlinge, Flüchtlingsunterkünfte, ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, auf Politikerinnen und Politiker und deren Büros.“

          Demgegenüber stehe „eine unterirdische Aufklärungsquote“. Die Partei werde in ihrem Kampf gegen rechtsextremes Gedankengut nicht nachlassen. Kinzel selbst ließ verlauten: „Wir dürfen auf solche Attacken nicht mit Radikalisierung antworten.“

          Die Polizei weist darauf hin, dass die Darstellung der Linkspartei und die Anzeige Kinzels „nicht deckungsgleich“ seien und bedauerte, dass Kinzel sich nicht gleich nach der Tat gemeldet habe. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen.

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