https://www.faz.net/-gpf-96itn

Asylbewerber : Zahl der Abschiebungen sinkt

  • Aktualisiert am

Abschiebung am Frankfurter Flughafen Bild: dpa

Eigentlich hatte die Bundesregierung sich vorgenommen, die Zahl der Abschiebungen 2017 zu erhöhen. Doch das Ziel wurde offenbar verfehlt.

          Entgegen den Ankündigungen der Bundesregierung ist einem Bericht zufolge die Zahl der Abschiebungen 2017 im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Insgesamt seien 5,6 Prozent weniger Abschiebeanordnungen ausgeführt worden als 2016, berichtete die „Bild am Sonntag“ unter Berufung auf Sicherheitskreise.

          Im Jahresverlauf seien 23.966 Flüchtlinge zurück in ihre Heimatländer gebracht worden. Das sind 1409 weniger als im Vorjahr.

          Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hatte sich eigentlich eine Erhöhung der Zahl der Abschiebungen abgelehnter Asylbewerber zum Ziel gesetzt. Dafür sei eine „nationale Kraftanstrengung“ nötig, sagte er vor einem Jahr.

          Dem Bericht zufolge erfolgten 98 Prozent der Abschiebungen per Flugzeug. Für die Maschinen habe die Bundespolizei 2017 insgesamt elf Millionen Euro bezahlt. Die Charterkosten pro Flugzeug lägen zwischen 130.000 und 330.000 und Euro. Unter den Abgeschobenen waren demnach auch 60 Gefährder.

          In den Verhandlungen über eine Neuauflage der Großen Koalition
          fordert die CSU, trotz der aktuellen Sicherheitslage die Abschiebungen nach Afghanistan zu erhöhen.

          CSU-Innenexperte Stephan Mayer kritisierte in diesem Zusammenhang das Auswärtige Amt unter der Führung von Minister Sigmar Gabriel (SPD): „Das Auswärtige Amt ist seit einem halben Jahr mit der Neubewertung der Sicherheitslage in Afghanistan in Verzug.“ Eine solche sei dringend erforderlich, um die Abschiebezahlen zu erhöhen.

          Weitere Themen

          Xi betont unerschütterliche Freundschaft Video-Seite öffnen

          Besuch in Nordkorea : Xi betont unerschütterliche Freundschaft

          Chinas Präsident Xi Jinping ist der erste chinesische Staatschef seit 14 Jahren, der dem international weitgehend isolierten Nachbarland einen Besuch abstattet. China könnte eine wichtige Rolle im Streit um Nordkoreas Atomprogramm sein, rief die nordkoreanische Regierung aber auch dazu auf, das Gespräch mit den Vereinigten Staaten zu suchen.

          Topmeldungen

          Klarer Favorit: Boris Johnson

          May-Nachfolge : Johnson tritt gegen Hunt in Stichwahl an

          Die letzten zwei Kandidaten um die Nachfolge Mays sind Boris Johnson und Jeremy Hunt. Nun müssen die Parteimitglieder der konservativen Partei in einer Stichwahl abstimmen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.