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Baden-Württemberg : Asylbewerber tötet Syrer in Flüchtlingsunterkunft

Beamte der Spurensicherung am Sonntagabend nach dem Messerangriff an der Asylbewerberunterkunft Bild: dpa

Der Mann aus Nigeria soll schon vorher auffällig gewesen sein und in einer psychiatrischen Klinik behandelt worden sein – konnte dann aber in die Unterkunft zurückkehren.

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          Ein 31 Jahre alter Asylbewerber aus Nigeria hat am Sonntagabend einen 38 Jahre alten Asylbewerber aus Syrien in einer kommunalen Flüchtlingsunterkunft in Kressbronn im Bodenseekreis getötet. Fünf weitere Asylbewerber verletzte der Mann zum Teil schwer. Der offenbar psychisch kranke, mutmaßliche Täter soll schon am 10. Mai mehrere Mitbewohner mit einer Machete bedroht und in der Unterkunft randaliert haben.

          Rüdiger Soldt
          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Nach diesem Vorfall soll der Mann in einer psychiatrischen Fachklinik behandelt worden sein, nach der Entlassung soll er aber in die Flüchtlingsunterkunft zurückgekehrt sein. Eine Unterbringung in der geschlossenen Psychiatrie hielten die behandelnden Ärzte offenbar nicht für notwendig. Nach Auskunft der Polizei habe es im Mai auch keinen Grund gegeben, den Mann in Untersuchungshaft zu nehmen.

          In den Flüchtlingsunterkünften stehen die Ausländerbehörden immer wieder vor der Frage, wie sie mit Asylbewerbern umgehen, die dauerhaft psychisch und die im geringen Umfang strafrechtlich auffällig sind. Eine Verlegung ist oft nicht möglich.

          Eigentlich sollen die vor einigen Jahren eingerichteten kommunalen Sonderstäbe für gefährliche Ausländer solche Fälle früh registrieren und dann auch intervenieren. Augenzeugen berichteten der Zeitung „Südkurier“, dass viele Bewohner vor dem mutmaßlichen Täter schon lange Angst gehabt hätten. Am Sonntagabend soll er mehreren Mitbewohnern per Handzeichen gedroht haben, die Kehle durchzuschneiden. Am Montag war noch unklar, ob es sich bei der Unterkunft in Kressbronn um eine vorläufige Unterkunft in Kreishoheit oder um eine Anschlussunterbringung unter Aufsicht der Gemeinde handelt.

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