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Nach dem Impfstopp : Immer Ärger mit Astra-Zeneca

Ein Mann wird am Samstag im Impfzentrum Dresden mit Astra-Zeneca geimpft. Bild: dpa

Ein billiger und hochwirksamer Impfstoff für die ganze Welt: Der Pharmakonzern Astra-Zeneca wollte mit seinem Vakzin nur helfen. Wie konnte das so schiefgehen?

          8 Min.

          Geht es um Probleme bei Impfstoffen, fällt der Name Astra-Zeneca ziemlich oft. Das war schon im vergangenen Jahr so. Astra-Zeneca tönte im Frühjahr, schon im September die ersten Impfdosen zu liefern, und zwar viele Millionen. Der September kam, und das Unternehmen hatte noch nicht einmal die Zulassung beantragt. Als Astra-Zeneca klinische Studien machte, bezeichnete es diese als „Durchbruch“ im Kampf gegen die Pandemie. Dann bekam ein Proband eine Rückenmarksentzündung, ein anderer starb. Die Studien wurden unterbrochen. Der Impfstoff war nicht schuld an den Erkrankungen, aber es gab die ersten ungünstigen Schlagzeilen. Manche fragten sich auch, ob das Unternehmen voreilig agierte. Der Vorstandsvorsitzende Pascal Soriot sagte in einem Interview, sein Vorbild sei Greta Thunberg, weil sie so mutig sei.

          Sebastian Balzter
          (lzt.), Wirtschaft
          Justus Bender
          (jbe.), Politik
          Livia Gerster
          (lige.), Politik

          An Kühnheit mangelte es nicht. Astra-Zeneca arbeitet mit der Universität Oxford zusammen, eine ungewöhnliche Allianz. Der Konzern ist einer der größten Arzneimittelhersteller der Welt, 26 Milliarden Dollar Jahresumsatz, 70000 Mitarbeiter. Aber er verdient sein Geld mit Krebspräparaten, nicht mit Impfstoffen. Die Universität Oxford ist eine der besten Universitäten der Welt, aber sie hat keine Erfahrung mit der Produktion und Zulassung von Impfstoffen. Die Mainzer Firma Biontech ging da anders vor. Sie suchte sich einen Großkonzern, der sich mit so etwas auskennt, nämlich Pfizer. Anders als die Forscher in Oxford hatte Biontech auch eigene Produktionserfahrung.

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