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Behandlung bei Komplikation : „Die Menschen müssen keine Angst mehr vor Astra-Zeneca-Impfung haben“

Astra-Zeneca-Impfdosen in einem Impfzentrum in Nürnberg am 18. März Bild: AFP

Forscher der Universitätsmedizin in Greifswald wollen entdeckt haben, warum die Impfung mit Astra-Zeneca bei einigen zu Thrombosen führt – und wie sich die Komplikation gezielt behandeln lässt.

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          Forscher der Universitätsmedizin in Greifswald sind sich sicher, den Mechanismus entdeckt zu haben, der bei der Impfung mit dem Astra-Zeneca-Impfstoff in sehr seltenen Fällen zu Thrombosen führen könnte und empfehlen auch eine Behandlung. Das teilte Andreas Greinacher, der Leiter der Transfusionsmedizin, am Freitagmorgen in einer Pressekonferenz mit.

          Matthias Wyssuwa
          Politischer Korrespondent für Norddeutschland und Skandinavien mit Sitz in Hamburg.

          „Wir können sagen: Es wird sehr, sehr selten jemand diese Komplikation entwickeln“, äußerte Greinacher. „Aber wenn sie auftritt wissen wir jetzt, wie wir diese Patienten behandeln und diese Komplikation gezielt adressiert können.“ Das sei eine der besten Nachrichten überhaupt, „weil die Menschen nicht mehr Angst haben müssen vor dieser Impfung“. Demnach kann eine bestimmte Immunreaktion des Körpers die Blutkörperchen aktivieren und damit den Prozess in Gang setzen.

          „Sicher und wirksam“

          Die Impfungen mit dem Vakzin von Astra-Zeneca waren wegen einer ungewöhnlichen Häufung von seltenen Thrombosen im zeitlichen Zusammenhang mit einer Vergabe zunächst ausgesetzt worden. Aufgefallen waren vor allem Sinusvenenthrombosen, ein sehr seltenes Blutgerinnsel im Gehirn. Am Donnerstag erklärte die Europäischen Arzneimittelbehörde nach einer Überprüfung den Impfstoff für „sicher und wirksam“. Der Nutzen überwiege die Risiken. Der Impfstoff soll nun mit der Warnung versehen werden, dass er in möglichen seltenen Fällen Hirnvenenthrombosen bei Frauen unter 55 Jahren verursachen könnte. Von diesen Freitag an soll in den meisten Bundesländern wieder mit Astra-Zeneca geimpft werden.

          Die Universitätsmedizin in Greifswald hat in den vergangenen Tagen in enger Zusammenarbeit mit dem Paul-Ehrlich-Institut, das für die Prüfung von Impfstoffen zuständig ist, und Universitätskliniken in Graz und Wien Blutproben von insgesamt sieben betroffenen Patienten untersucht. Dabei hätten sie laut Greinacher nicht nur entdeckt, wie die Thrombosen zustande kommen können. Sie hätten auch ein Testverfahren entwickelt, um in einem Verdachtsfall den Mechanismus nachweisen zu können und eine Therapieoption mit einem bereits zugelassenen Medikament gefunden, die diesen Mechanismus umgehend abstellen könne.

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          Greinacher zufolge würden die betroffenen Patienten bestimmte Antikörper entwickeln, die sich an ein Protein von Thrombozyten, den roten Blutplättchen, binden. Die Thrombozyten sind eigentlich wichtig für Blutstillung bei Wunden, können allerdings auch verantwortlich sein für Thrombosen. Durch diese Antikörper könnten die Thrombosen nun auch ohne Gefäßverletzungen aktiviert werden und zu den Problemen führen. Ob diese speziellen Antikörper durch die Impfung als solche entstehen, den spezifischen Vektor beim Impfstoff von Astra-Zeneca, also sozusagen die Verpackung, oder durch eine anschließende Entzündungsreaktion, ist noch nicht völlig geklärt. Doch man habe diesen Mechanismus bei allen Blutproben gefunden.

          Am Donnerstag hatte sich in Norwegen auch der Mediziner Pål Andre Holme ähnlich geäußert. In einem Zeitungsinterview satge er, dass eine starke Immunantwort zu den Thrombosen führe, die höchstwahrscheinlich durch den Impfstoff verursacht werde. Auch er sprach von den Blutplättchen und spezifischen Antikörpern, welche diese Reaktion hervorrufen würden.

          Greinacher äußerte, viele Geimpfte würden in den ersten Tagen unangenehme Symptome entwickeln, das sei völlig unerheblich für die Komplikationen. Diese würden erst von Tag vier oder fünf an nach der Impfung auftreten, bei den Patienten mit den untersuchten Proben war es zwischen Tag fünf und 14. Danach nehme das Risiko für Komplikationen „höchstwahrscheinlich“ ab.

          Wenn man Symptome wie ein schmerzhaftes Bein oder starke Kopfschmerzen entwickle, solle man sich umgehend bei einem Arzt vorstellen. Nach einer Bestätigung könnte demnach die intravenöse Gabe von Immunglobulinen den Mechanismus unterbrechen. Es sei aber höchstwahrscheinlich, dass so eine Komplikation nur sehr, sehr selten auftrete. Die Ergebnisse sollen in den kommenden Tagen als wissenschaftliche Publikation eingereicht werden.

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