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In niedersächsischer Klinik : Hälfte der Geimpften meldet sich krank

Der Impfstoff des Herstellers Astra-Zeneca, der inzwischen in zahlreichen Ländern verwendet wird Bild: AFP

In Niedersachsen melden sich viele Klinikmitarbeiter krank, nachdem sie den Impfstoff von Astra-Zeneca erhalten haben. Die Symptome bewegen sich im erwartbaren Bereich. Schwerwiegende Komplikation sind nicht bekannt.

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          Bei der Verimpfung des Impfstoffs von Astra-Zeneca treten offenbar häufig Nebenwirkungen auf, die zu Krankmeldungen führen. Bei der niedersächsischen Landesregierung gehen derzeit Meldungen ein, dass sich viele Klinikmitarbeiter krankmelden, nachdem sie den Impfstoff des britisch-schwedischen Pharmakonzerns erhalten haben. Die Symptome reichen von Kopfschmerzen und Krankheitsgefühl bis hin zu Schüttelfrost. Schwerwiegende Komplikationen sind der Landesregierung bisher allerdings nicht bekannt.

          Reinhard Bingener
          Politischer Korrespondent für Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Bremen mit Sitz in Hannover.

          Heiger Scholz (SPD), der Staatssekretär im niedersächsischen Gesundheitsministerium, sagte der F.A.Z., dass sich in einer Klinik rund die Hälfte der Geimpften krankgemeldet habe. In einer zweiten Klinik sei es rund ein Drittel der Geimpften gewesen, in einer dritten rund ein Viertel. Die Landesregierung habe die Vorgänge bereits an das Paul-Ehrlich-Institut zur Prüfung weitergeleitet.

          In den vergangenen Tagen waren ähnliche Vorfälle bereits beim Personal von Rettungsdiensten in Nordrhein-Westfalen aufgetreten. Im Kreis Minden-Lübbecke hatten die Krankmeldungen vieler geimpfter Mitarbeiter Auswirkungen auf die Einsatzbereitschaft des Rettungsdienstes.

          Der Erlanger Infektionsimmunologe Christian Bogdan sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass solche Nebenwirkungen aus seiner Sicht nicht unerwartet kommen. „Die Symptome sind Ausdruck der Immunantwort, die zeigt, dass im Körper tatsächlich etwas nach der Impfung passiert. Die hier genannten Symptome wie Kopfschmerzen oder Fieber entsprechen auch ganz dem, was bereits in Studien publiziert wurde.“ Impfreaktionen könnten gerade bei jüngeren Menschen stärker ausfallen, weil diese ein stärkeres Immunsystem haben. Der Immunologe Bogdan rät deshalb, nicht alle Mitarbeiter einer wichtigen Einrichtung zur gleichen Zeit zu impfen, um deren Einsatzbereitschaft nicht zu gefährden.

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