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Astra-Zeneca-Ablehnung : Zweifel macht wählerisch

Unbeliebt: Astra-Zeneca-Fläschchen in Wien Bild: AP

Der Astra-Zeneca-Impfstoff wird für Menschen über 60 empfohlen. Doch die wollen ihn oft nicht haben und bemühen sich lieber um Impfstoffe von Biontech oder Moderna. Haben die Jüngeren deshalb das Nachsehen?

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          Ein älterer Herr weigert sich. Mit Astra-Zeneca könne er nicht geimpft werden, sagt er. Dabei ist er zur Impfung mit eben jenem Wirkstoff in ein Impfzentrum in Rheinland-Pfalz eingeladen worden, eigentlich stimmt alles: Er zählt zur Gruppe der Menschen über 60, bei denen das Vakzin besonders gut wirkt und für die es von der Ständigen Impfkommission (Stiko) empfohlen ist. Doch wie viele andere hat er den Beleg eines Hausarztes dabei, wonach er vor vielen Jahren eine Thromboseerkrankung gehabt habe. Oftmals handele es sich bei derlei Belegen um „Gefälligkeitskisten“, sagt der Mitarbeiter des Impfzentrums. Die Impfärzte prüften das im Einzelfall. Meist falle die Prüfung negativ aus. Dann heiße es, der Hausarzt solle doch die Impfung selbst durchführen, wenn er ein anderes Vakzin für notwendig erachte. „Die Tür machen wir hier aber möglichst nicht auf“, sagt der Mitarbeiter des Impfzentrums, „sonst kommen die alle mit so einem Wisch.“

          Reinhard Bingener
          Politischer Korrespondent für Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Bremen mit Sitz in Hannover.
          Christian Geinitz
          Wirtschaftskorrespondent in Berlin
          Julian Staib
          Politischer Korrespondent für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland mit Sitz in Wiesbaden.
          Timo Steppat
          Redakteur in der Politik.
          Matthias Wyssuwa
          Politischer Korrespondent für Norddeutschland und Skandinavien mit Sitz in Hamburg.

          Die Abneigung gegen den Impfstoff von Astra-Zeneca scheint groß, die Sorgen ebenso. Gerade auch bei Menschen, die 60 Jahre und älter sind und für die der Impfstoff empfohlen wird. Immer wieder gibt es Berichte, wie Impfberechtigte auf allen möglichen Wegen versuchen, doch einen der mRNA-Impfstoffe von Biontech oder Moderna verabreicht zu bekommen. Ob und wie das gelingen kann, hängt davon ab, wo man wohnt. Überall aber droht es, für das Tempo der Impfkampagne ein Problem zu werden.

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