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Armutseinwanderung von Roma : Es gibt keinen Zigeunerkönig

Roma-Kinder erhielten weniger Geld als „normale“ Bettler

Sie zitiert eine Sprecherin der luxemburgischen Polizei, die sich wiederum auf „Erfahrungen aus Italien“ berief und behauptete, dass ein Kind im Monat 50.000 Euro einbringe. „Das wären 1.666 Euro pro Tag“ rechnet Frau Waringo vor und rät, man möge selbst entscheiden, ob das realistisch sei. Laut einer im Auftrag der französischen Caritas erhobenen Studie erhalten bettelnde Roma im Schnitt sogar deutlich weniger Geld als „normale“ Bettler. Dabei, so Karin Waringo, spiele eine Rolle, dass viele Menschen zu wissen glaubten, bettelnde Roma seien grundsätzlich Teil einer Bettelmafia.

Bevor die Passanten dem dahinter vermuteten bösen Zigeunerkönig etwas geben, bekommt lieber der stadtbekannte Alkoholiker eine Münze zugesteckt. Karin Waringo gehört aber nicht zu jenen Fachleuten, die zur Idealisierung der Roma neigen. Sie bestreitet auch nicht, dass es skrupellose Roma gibt, die die Not anderer Roma ausnutzen. Nur sei dies nicht die Regel. Natürlich spielten bei „organisierter“ Bettelei auch Großfamilien eine Rolle.

Von Clanstrukturen zu sprechen, was gemeinhin einen Chef und eine strikte Hierarchie voraussetze, gehe aber an der Realität vorbei. Wer sich die Zeit nehme, einzelnen in den Medien beschriebenen Fällen auf den Grund zu gehen, werde oft die Erfahrung machen, dass die Schilderungen wenig belastbar seien. Frau Waringo berichtet von einer BBC-Reportage über kriminelle Roma-Kinder, in der als Beweis die Aussage der Madrider Polizei angeführt wurde, dass 95 Prozent der in Spaniens Hauptstadt aufgegriffenen minderjährigen Diebe rumänische Roma seien.

„Wir haben bei verschiedenen internationalen Organisationen, unter anderen bei „Save the Children“, die sich auf das Thema spezialisiert haben, nach Details dazu gefragt. Wir erhielten entweder keine Antwort oder die Aussage, dass es dazu keine Statistiken gebe.“ Nur in zwei größeren Fällen erwiesen sich die Verdächtigungen bisher als gerichtsfest, schreibt der Journalist Norbert Mappes-Niediek in seinem Buch „Arme Roma, böse Zigeuner“: Zu Verurteilungen kam es „in einem Fall in London, bei dem es um eine wirklich große Zahl stehlender Kinder ging, und in einem Fall in Wien, wo sich eine Familie gezielt Behinderte aus Rumänien schicken ließ und zum Betteln aufs Pflaster setzte.“

Das waren extreme Fälle der „sichtbaren Roma.“ Dem stehen die „unsichtbaren Roma“ gegenüber, die als Krankenschwestern, Putzfrauen oder Bauarbeiter ihr Auskommen gefunden haben und gut integriert sind. Gerade deshalb werden sie nicht mehr als Roma wahrgenommen. Diese „unsichtbaren Roma“ haben kein Interesse daran, sich mit den bettelnden oder kriminellen „sichtbaren Roma“, die von den Mehrheitsgesellschaften oft als die einzigen Vertreter ihres Volkes wahrgenommen werden, zu identifizieren. Roma, das sind immer die anderen.

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