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Ausschreitungen in Thüringen : Verletzte Polizisten bei Rechtsrockkonzert

  • Aktualisiert am

Ein Besucher wird vor Beginn eines Rechtsrock-Konzerts von der Polizei kontrolliert. Bild: dpa

Bei einem Konzert im thüringischen Apolda haben Rechte Flaschen auf Beamte geworfen und acht von ihnen verletzt. Zuvor hatten Hunderte gegen die Veranstaltung demonstriert.

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          Nach Gewalt gegen Polizisten ist ein Rechtsrockkonzert im thüringischen Apolda am Samstagabend nach kurzer Zeit aufgelöst worden. Wie die Polizei im Kurzbotschaftendienst Twitter mitteilte, warfen Teilnehmer Flaschen auf Polizisten, auch von Dächern aus. Acht Beamte seien leicht verletzt worden, sie seien aber weiter dienstfähig. Mehr als 700 Rechte hatten sich auf dem Marktplatz der Stadt versammelt. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz, Unterstützung erhielt sie von Kollegen aus Baden-Württemberg.

          Eine Polizeisprecherin, die sich vor Ort aufhielt, sagte der Nachrichtenagentur AFP, zu der Veranstaltung auf dem Marktplatz seien mehr als 700 Rechte gekommen. Es seien Lieder und Reden vorgetragen worden. Zum Inhalt der Lieder - etwa, ob verbotene Texte gesungen wurden - konnte die Sprecherin keine Angaben machen. Schätzungsweise 700 Gegendemonstranten hätten an einer „angemeldeten Spontanversammlung“ teilgenommen.

          Beendet nach kurzer Zeit

          Die Versammlung, deren Beginn für 19 Uhr angemeldet war, wurde bereits gegen 20 Uhr beendet. Laut Polizei erklärte der Veranstalter die Versammlung eigenständig für beendet, während die Polizei ebenfalls begonnen hatte, die Versammlung aufzulösen. Am späten Abend twitterte die Polizei, der Marktplatz sei „wie leergefegt“.

          Laut der Sprecherin hatte es bereits während der Ankunft der rechten Teilnehmer am Veranstaltungsort Gewalt gegen Polizisten gegeben. Ein Demonstrant, der versuchte, ohne Polizeikontrolle durch die Absperrung zu gelangen, wurde von Beamten mit dem Einsatz von Pfefferspray daran gehindert. Auf Twitter hieß es, ein Versammlungsteilnehmer sei leicht verletzt worden und klage über Augenreizungen und Atemnot.

          Gegendemonstration

          Die Proteste gegen das Rechtsrockkonzert hatten am Vormittag mit einem ökumenischen Gottesdienst begonnen. Unter den etwa 150 Gottesdienstbesuchern waren auch Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) sowie weitere Vertreter der Thüringer Landesregierung. Auf dem geplanten Konzertort auf dem Apoldaer Markt hatten Parteien, Verbände und ein Bürgerbündnis gegen Rechtsextremismus Informationsstände aufgebaut.

          Wegen Rechtsrock-Konzert in Thüringen: Polizisten halten Gegendemonstranten und Rechtsrockanhänger auseinander.

          Das Rechtsrock-Konzert war am Freitag von Magdala, einer Kleinstadt nahe Weimar und Jena, nach Apolda verlegt worden. Das Amtsgericht Weimar hatte den Organisatoren den Zugang zum privaten Veranstaltungsgelände über einen kommunalen Weg untersagt. Die dort aufgebaute Bühne, Technik und Toiletten dürfen sie erst am Montag abbauen. In Apolda konnten sie am Freitagabend deshalb nur eine provisorische Bühne nutzen.

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