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Zunehmender Antisemitismus : Renaissance des alten Hasses

  • -Aktualisiert am

Geschützter Raum: Die Synagoge in Darmstadt wurde 1988 gebaut Bild: Frank Röth

In Deutschland steigt die Zahl der antisemitischen Vorfälle, Juden werden teils offen beschimpft und bedroht. Viele machen dafür Muslime verantwortlich. Aber so einfach ist es nicht.

          8 Min.

          Das Spitzenspiel zwischen Griesheim und Makkabi Frankfurt in der A-Jugend ist fast gelaufen, 1:3 steht es in der 85. Minute, als ein Griesheimer Spieler in der Nähe der Mittellinie ein rüdes Foul begeht. Rote Karte, danach eskaliert die Situation. Es gibt Gerangel, Beschimpfungen, der Schiedsrichter muss die Fußballpartie für etwa zehn Minuten unterbrechen.

          Julian Staib

          Politischer Korrespondent für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland mit Sitz in Wiesbaden.

          Neun Polizeiautos stehen am Ende vor dem Spielgelände. Im Griesheimer Verein, der am Ende noch 1:4 verliert, spielen viele Marokkaner. Makkabi hingegen ist ein jüdischer Sportverein, sein Logo ein blauer Davidstern. Gegen Makkabi-Mitglieder gab es früher schon Anfeindungen, aber es war besser geworden, nachdem vor brisanten Partien Treffen organisiert wurden. Nach dem Motto: Bei uns kicken auch Marokkaner. Seit einigen Jahren wird es aber wieder schlechter. Makkabi-Spieler und -Verantwortliche müssen sich einiges anhören, Dinge wie „Drecks-Jude“, „euch hat man vergessen zu vergasen“, und „wir stechen euch ab“. Es wird gespuckt, es gibt Gewaltandrohungen.

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