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Antisemitismus in Europa : Aus der Schmuddelecke

Antisemitische Schmierereien an einer Gedenkstätte Bild: dpa

Antisemitismus wurzelt tief in der europäischen Kultur. Wer in Deutschland für sein Erstarken verantwortlich ist, ist eindeutig: die AfD.

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          Mit dem Erstarken von Nationalismus und rechtem Populismus wagt sich in Europa auch der Antisemitismus aus seiner Schmuddelecke hervor. In vielen Ländern werden verstärkt antijüdische Klischees mobilisiert, die tief in der europäischen Geschichte und Kultur wurzeln. Angesichts des Holocaust war das bis vor kurzem ein Tabu unter allen politischen Kräften, die, in einem allgemein menschlichen Sinn, als anständig gelten wollten. Dass dieses Tabu zu fallen beginnt, ist ein Alarmzeichen – überall, vor allem aber in Deutschland, wo das Bewusstsein dafür, was Antisemitismus bedeutet, besonders scharf sein sollte.

          Wer hierzulande die Schuld daran trägt, ist eindeutig: die AfD. Sie verwahrt sich zwar gegen diesen Vorwurf, aber ihre lautstarke Empörung über diese angeblich unfaire Anschuldigung findet keine Entsprechung im Handeln der Parteiführung. Zum einen ist sie nicht willens oder in der Lage, Antisemiten in den eigenen Reihen konsequent in die Schranken zu weisen, und zum anderen öffnet sie selbst die Schleusen.

          Wenn Alexander Gauland das NS-Regime als „Vogelschiss“ verharmlost und Alice Weidel die frühere Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland Charlotte Knobloch beschimpft, wird das von Sympathisanten, die sich weniger gewählt ausdrücken, als Aufforderung verstanden, ihren Ressentiments freien Lauf zu lassen. Die reiche Tradition der abendländischen Judenfeindschaft gesellt sich zu dem Antisemitismus unter Muslimen, der in den vergangenen Jahren immer wieder Entsetzen hervorgerufen hat. Beiden muss gleichermaßen begegnet werden.

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