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Antisemitische Proteste : Mit Palästinensern solidarisiert

Heterogene Zusammensetzung: Antiisraelische Demonstration in Berlin. Bild: Imago

25.000 Menschen nahmen jüngst an den vielfach antisemitischen Protesten in deutschen Städten teil. Doch die Teilnehmer waren nicht nur Hamas-Anhänger.

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          Es gibt den Satz, dass, wenn in Deutschland über den Nahost-Konflikt gesprochen wird, es um alles Mögliche geht – aber nicht um den Nahost-Konflikt. Die Rolle Deutschlands als desjenigen Staates, der die völlige Vernichtung des Judentums angestrebt und versucht hat, verhindere eine sachliche Auseinandersetzung mit dem Thema. Stattdessen gehe es um Vergangenheitsbewältigung und deutsche Identität. Schuldkompensation, Solidarität mit Israel, ein weiterhin kompliziertes Verhältnis zwischen Juden und Nichtjuden – diese Kräfte wirkten in jeder Debatte, ob es den Beteiligten bewusst sei oder nicht.

          Helene Bubrowski
          Politische Korrespondentin in Berlin.
          Christian Meier
          Politischer Korrespondent für den Nahen Osten und Nordostafrika.

          In jüngerer Zeit ist ein weiterer Faktor hinzugekommen: die Präsenz von Muslimen als einem Teil der deutschen Gesellschaft. Viele von ihnen solidarisieren sich mit den Palästinensern, zugleich fühlen sie sich in Deutschland unterprivilegiert und lehnen die offizielle Solidarität-mit-Israel-Rhetorik als einseitige Parteinahme ab. Zu beobachten ist das seit der vergangenen Woche, als es nach der Eskalation der Spannungen in Israel und den palästinensischen Gebieten auch in Deutschland immer wieder zu Protesten gekommen ist, in deren Verlauf antisemitische Parolen skandiert und jüdische sowie israelische Symbole und Einrichtungen attackiert wurden.

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