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Anti-Kohle-Protest : Polizei räumt den von Aktivisten besetzten Tagebau Garzweiler

  • Aktualisiert am

Kohle-Gegner im Tagebau Garzweiler werden von der Polizei abtransportiert. Bild: Sascha Steinbach/EPA-EFE/REX

Tausende demonstrieren gegen den Braunkohle-Abbau in Nordrhein-Westfalen. Aktivisten dringen auf das Gelände von RWE ein. Die Polizei räumt das Gelände noch in den Morgenstunden.

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          Der Polizei-Einsatz gegen Klima-Aktivisten im rheinischen Braunkohlerevier Garzweiler dauerte am frühen Sonntagmorgen an. Die Polizei Aachen teilte mit, dass die Räumung des Tagebaus aber „vor dem Abschluss“ stehe. Zur Zahl der festgesetzten Aktivisten beim Einsatz auf den Tagebaugelände machte die Polizei keine Angaben. Auf dem Betriebsgelände des Energieversorgers RWE befänden sich nach Informationen der dpa noch rund 250 Demonstranten unter Kontrolle der Einsatzkräfte. Diese werden den Angaben zufolge nach und nach abtransportiert. Zudem wird laut Polizei weiter die Bahnstrecke zwischen den Braunkohlekraftwerken Neurath und Niederaußem von etwa 800 Demonstranten blockiert.

          Mehrere Hundert Aktivisten, darunter viele vom Bündnis „Ende Gelände“, hatten im Verlauf des Samstags die Abbaugelände in Garzweiler und Jackerath bei Aachen gestürmt, in diesem Bereich Bahnstrecken besetzt und für eine Unterbrechung des Betriebsablaufs gesorgt. Die Aktivisten kämpfen im Rahmen der Aktionstage im rheinischen Braunkohlerevier für einen schnellen Stopp der Braunkohleförderung.

          Die Einsatzkräfte stießen beim Versuch der Räumung auf massiven Widerstand der Demonstranten. Dabei seien nach einer Zwischenbilanz der Behörden acht Polizistinnen und Polizisten verletzt worden. Angaben über mögliche verletzte Demonstranten gab es nicht. „Ende Gelände“ warf der Polizei via Twitter vor, Menschen seit Stunden festzuhalten und weder mit Essen noch mit Trinken zu versorgen. Die Polizei widersprach dem auf dem eigenen Twitter-Account.

          Bei Twitter schrieb die Aachener Polizei am Samstag, die Aktivisten würden sich weiter in Richtung Tagebau bewegen. „Hier wurden unsere KollegInnen massiv angegangen & teilweise verletzt.“ Die Polizei warnte in mehreren Tweets die Aktivisten vor den „erhebliche[n] Gefahren für Leib und Leben“ in dem Tagewerk: „Die #Polizei #Aachen weist wiederholt darauf hin, dass Abbruchkanten des Tagebaus #Garzweiler jederzeit abrutschen können. Es besteht akute Lebensgefahr!“

          Laut dem Sprecher waren Tausende Menschen dem Aufruf des Bündnisses gefolgt und hatten Aktionen rund um den Tagebau unterstützt. So soll außerdem am Rande des Tagebaugebiets der Schaltschrank eine Pumpstation des Betreibers RWE in Brand gesetzt worden sein. Die Polizei gehe von vorsätzlicher Brandstiftung aus, ohne weitere Informationen zu den Tätern liefern zu können. Es könne allerdings nicht ausgeschlossen werden, dass das Feuer im Zusammenhang mit der Klimademonstration gelegt worden sei, hieß es. Menschen kamen nicht zu Schaden. Die Feuerwehr löschte den Schaltkasten.

          Protest in Weiß: Aktivisten im Braunkohlerevier bei Garzweiler
          Protest in Weiß: Aktivisten im Braunkohlerevier bei Garzweiler : Bild: dpa

          „Fridays for Future“ in unmittelbarer Nähe

          Zu dem Aktionstag unter dem Motto „Kohle stoppen – Klima und Dörfer retten“ hatte ein Bündnis aus umwelt- und zivilgesellschaftlichen Gruppen aufgerufen – dazu gehören etwa Greenpeace, der BUND, Campact oder die NaturFreunde Deutschlands.

          Birgt laut Polizei „Lebensrisiko“: Tagebaukanten im Braunkohlerevier
          Birgt laut Polizei „Lebensrisiko“: Tagebaukanten im Braunkohlerevier : Bild: dpa

          Zeitgleich beteiligten sich rund 7000 Menschen an einem Demonstrationszug von „Fridays for Future“, der von Hochneukirch in den unmittelbar von der Abbaggerung betroffenen Ort Keyenberg führte, wie die Veranstalter mitteilten. Zudem gab es eine Fahrraddemo mit mehreren hundert Menschen von Erkelenz nach Keyenberg. Dort fand am Nachmittag die Abschlusskundgebung statt, zu der etwa 8000 Protestierende kamen. Die Teilnehmer bildeten eine symbolische Menschenkette zwischen dem Ort und dem nur etwa 100 Meter entfernten Tagebau. Keyenberg sei einer von sechs von der Abbaggerung betroffenen Orte in der Region, erklärte der Sprecher der Initiative „Alle Dörfer bleiben!“, Christopher Laumanns. Die Veranstaltung in dem Ort verlief nach Polizeiangaben ohne Zwischenfälle.

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