Buntes Fahnenwirrwarr: Die Anti-Corona-Demonstration am Brandenburger Tor in Berlin. Bild: EPA
Bei den Anti-Corona-Demonstrationen in Berlin tun sich die unterschiedlichsten Gruppen zusammen. Reichsflaggen wehen direkt neben der Regenbogenfahne. Geeint sind die Demonstranten in ihrem Widerstand gegen die Maskenpflicht.
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Es ist kurz vor 15 Uhr, als Unruhe in der Menge entsteht, die sich vor der Russischen Botschaft Unter den Linden eingefunden hat. Einige hundert Demonstranten schwenken hier die schwarz-weiß-rote Fahne des alten deutschen Kaiserreichs. Rund 2000 Reichsbürger und Rechtsextreme haben sich an diesem Ort versammelt, auch Anhänger des Verschwörungskultes QAnon, erkennbar an dem Q, das sie an Flaggen gehisst oder an der Kleidung angebracht haben. Sie rufen Losungen wie „Wir sind der Souverän!“.
Einige Frauen tragen gelbe T-Shirts. Auf ihnen steht „Licht, Liebe und Schöpferkraft“. Journalisten werden mit dem aus der Pegida-Bewegung bekannten Ruf „Lügenpresse!“ bedacht. Doch nun entsteht Unruhe, weil die Polizei mit zwei Dutzend Beamten angerückt ist. Sie will nicht zulassen, dass die Versammlung weiterläuft, denn der Demonstrationszug ist schon vor zwei Stunden aufgelöst worden. Dreimal fordert die Polizei auf, den Ort zu verlassen und in Richtung Brandenburger Tor weiterzugehen, sonst mache man sich einer Ordnungswidrigkeit schuldig. Doch die Menge ruft „Widerstand!“ und „Wir bleiben!“, einige Frauen fotografieren die Polizisten aus nächster Nähe mit ihren Handys. Dann haken sich die Reichsbürger und Q-Leute unter.
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