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Vereitelter Anschlag : Gefahr im Verzug

  • -Aktualisiert am

Gefährdungslage: Polizisten sichern die Synagoge in Hagen. Bild: dpa

Es waren konkrete Warnungen vor einem islamistischen Anschlag auf die Synagoge in Hagen. Es war richtig, das die Polizei rasch eingegriffen hat und den Hinweis eines ausländischen Geheimdienstes ernst nahm.

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          Es war kein blinder Alarm oder aufgebauschter Tipp eines fragwürdigen Informanten, der die Polizei in Hagen zum schnellen und konsequenten Eingreifen veranlasste. Die Hinweise eines ausländischen Geheimdienstes zu einem geplanten islamistisch motivierten Anschlag auf die Synagoge der Jüdischen Gemeinde waren so konkret, dass nach Ansicht der deutschen Sicherheitsbehörden höchste Gefahr im Verzug war.

          Es war richtig, gerade im Blick auf den blutigen Anschlag auf die Synagoge in Halle vor zwei Jahren und die Versäumnisse der Polizei damals, rasch und entschieden zu handeln. Auch wenn sich kein Sprengstoff oder Teile zum Bombenbau nach der Festnahme des tatverdächtigen jungen Syrers fanden, ist doch der offenbar von ihm zugegebene direkte Chatkontakt zu einem IS-Terroristen kein harmloser Jungenstreich. Das sieht auch der zuständige Haftrichter so, der wegen des dringenden Tatverdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat Untersuchungshaft anordnete.

          Der Vorgang wirft indes auch kurz nach dem 20. Jahrestag der 9/11-Anschläge und fünf Jahre nach den islamistischen Massenmorden von Paris ein Schlaglicht auf die nach wie vor virulente Gefahr auch aus antisemitischen Motiven, die von dieser Seite droht. Eine Gefahr, die durch den Sieg der Taliban in Afghanistan wieder stark gewachsen ist. Es ist deshalb eine gute Nachricht, dass in diesem Fall die Geheimdienste oder Polizei nicht im Dunkeln tappten oder Hinweise ignorierten.

          Thomas Holl
          Redakteur in der Politik.

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