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Anschlag in Halle : Stephan B. legt offenbar umfassendes Geständnis ab

  • Aktualisiert am

Ein Absperrband der Polizei riegelt den Tatort ab, wo Stephan B. im Oktober 2019 mutmaßlich zwei Menschen erschoss. Bild: dpa

Im Oktober 2019 tötete Stephan B. in Halle bei einem Anschlag auf eine Synagoge und einen Dönerimbiss zwei Menschen. Zunächst schwieg der mutmaßliche Täter. Nun soll er laut einem Zeitungsbericht gestanden haben.

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          Der mutmaßliche Attentäter, der im Oktober vergangenen Jahres bei einem Anschlag auf eine Synagoge in Halle zwei Menschen erschoss, hat laut einem Zeitungsbericht ein umfassendes Geständnis abgelegt. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, habe Stephan B. seine Tat gegenüber den Behörden gestanden. Zudem bereue er, dass er zu wenig Menschen getötet habe.

          Den Recherchen der Zeitung sowie des NDR und des WDR zufolge, habe es der 27 Jahre alte mutmaßliche Täter bei seinem Anschlag eigentlich auf Juden abgesehen. Erst als sein Angriff auf die Synagoge scheiterte, habe Stephan B. auf die Personen vor dem Dönerladen geschossen. B. sei zuvor davon ausgegangen, dass sein eigentliches Ziel, die Synagoge, an Jom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag frei zugänglich sei. Stattdessen scheiterte er beim Eindringen in das Gotteshaus an dessen verschlossenen Türen.

          Mitwisser oder Helfer hatte der mutmaßliche Täter dem Bericht zufolge nicht. Allerdings habe sich Stephan B. im Netz radikalisiert, wo er in seinem Antisemitismus und Frauenhass bestätigt worden sein soll. Seine Kontakte auf den Plattformen bezeichnete der frühere Bundeswehr-Soldat als „unzufriedene weiße Männer“. Die Waffen, die er für das Attentat nutzte, habe B. demnach mithilfe eines 3-D-Druckers hergestellt. Die Tat filmte er und übertrug sie per Stream ins Internet. Als Vorbild habe B. der Attentäter von Christchurch gedient, der im März 2019 in Neuseeland bei einem Angriff auf zwei Moscheen 51 Menschen tötete und weitere 50 Personen verletzte.

          Bereits vor seiner Tat veröffentlichte B. ein elf Seiten langes „Manifest“, in dem er seine Gedankenwelt offenbarte. In dem auf Englisch verfassten Dokument ist unter anderem die Rede von einer „zionistisch besetzten Regierung“. Dort schreibt B. auch, dass er eigentlich eine Moschee oder ein Antifa-Zentrum habe attackieren wollen, sich dann jedoch dazu entschied, Juden zu töten. In seinen Vernehmungen durch das Bundeskriminalamt gab er den Recherchen zufolge an, dass diese für ihn das größte Problem seien. Die Ankunft von Flüchtlingen im Jahr 2015 bezeichnete er als „Zäsur“.

          Bereits in den kommenden Tagen will der Generalbundesanwalt wegen zweifachen Mordes und neunfachen Mordversuchs Anklage erheben.

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