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Angriff auf Synagoge : Antisemitismus beim Namen nennen

  • -Aktualisiert am

Nicht nur ein zerbrochenes Fenster: Innenansicht der Hannoveraner Synagoge Bild: dpa

Einen Antisemiten erkennt man schon lange nicht mehr nur an seinen Springerstiefeln. Auch in linken Milieus verbreitet sich der Judenhass.

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          Mal wieder wurde an Jom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag, in Deutschland eine Synagoge angegriffen. Diesmal ging in Hannover eine Scheibe zu Bruch. Das mag harmlos klingen, ist es aber nicht. Vor genau drei Jahren versuchte ein Rechtsextremist mit Feuerwaffen in die Synagoge in Halle einzudringen und die betenden Juden zu töten.

          Der Staat versprach daraufhin mehr Geld für die Sicherung jüdischer Einrichtungen. Es muss jetzt geklärt werden, ob die Synagoge in Hannover ausreichend geschützt war.

          Das mahnende Beispiel der Documenta

          Antisemitische Übergriffe gehören erschreckenderweise zum Alltag hierzulande. Etwa wenn Juden mit Kippa verbal oder tätlich auf offener Straße angegangen werden. Kritik an der Politik Israels wird dann gerne als Vorwand vorgeschoben. Wenn jüdische Deutsche als Repräsentanten Israels haftbar gemacht werden, dann ist das aber schlicht Antisemitismus. Die Amadeu-Antonio-Stiftung weist nun zu Recht darauf hin, dass Judenhass in vielen gesellschaftlichen Bereichen einen Aufschwung erlebt, auch in linken Milieus.

          Den Antisemiten erkennt man schon lange nicht mehr (nur) an seinen Springerstiefeln. Die radikale Linke hat es in einem eklatanten Mangel an historischem Bewusstsein stets vermieden, eindeutige Trennlinien zu ziehen. Wie der Skandal um die Documenta zeigt, tut sich ein bedeutender Teil der Gesellschaft schwer, Eindeutiges zu erkennen und beim Namen zu nennen.

          Mona Jaeger
          Stellvertretende verantwortliche Redakteurin für Nachrichten und Politik Online.

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