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Michelle Müntefering : Staatsschutz ermittelt wegen Anschlags auf SPD-Autos

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Feuerwehrleute vor dem Haus der SPD-Bundestagsabgeordneten Michelle Müntefering Bild: dpa

In der Nacht haben Unbekannte Autos der SPD-Bundestagsabgeordneten Michelle Müntefering angezündet. Es ist nicht das erste Mal, dass in Herne Autos von Politikern brennen. Doch Hinweise auf die Täter fehlen.

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          Unbekannte haben am Wohnhaus der Bundestagsabgeordneten Michelle Müntefering (SPD) in Herne Brandanschläge auf zwei Autos der Politikerin verübt. Betroffen waren am frühen Dienstagmorgen ein Wahlkampffahrzeug der SPD, das in der Grundstückseinfahrt geparkt war, sowie der Privatwagen der 37 Jahre alten Politikerin, der an der Straße vor dem Haus stand. Bei beiden Fahrzeugen seien Scheiben eingeschlagen und dann Feuer im Innenraum gelegt worden, sagte ein Polizeisprecher. Polizisten konnten die Brände noch vor Eintreffen der Feuerwehr löschen. Die Schadenshöhe ist noch unbekannt.

          „Es handelt sich definitiv um Brandstiftung. Wir schließen einen politischen Bezug nicht aus“, sagte der Sprecher weiter. Die Ermittlungen werden von der Staatsschutzabteilung der Bochumer Kriminalpolizei geleitet. Das Motiv sei völlig unklar. Es werde in alle Richtungen ermittelt.

          Bereits in den Wochen vor der nordrhein-westfälischen Landtagswahl Mitte Mai waren zwei Wahlkampffahrzeuge des CDU-Landtagskandidaten Sven Rickert in Herne ausgebrannt. Ein weiteres Fahrzeug von ihm brannte Ende Juni. Auch in diesen Fällen geht der Staatsschutz von Brandstiftung aus. Von den Tätern fehlt bislang jede Spur. Einen Zusammenhang mit den Anschlägen auf die Fahrzeuge Münteferings könne man nicht ausschließen, sagte der Polizeisprecher weiter.

          „Ich bin entsetzt über die hohe kriminelle Energie, die sich hier auf offener Straße entzündet“, sagte Müntefering der Nachrichtenagentur dpa. „Im Vorfeld von Wahlen zielen solche Angriffe auch auf das demokratische System insgesamt.“

          Der Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion Thomas Oppermann sagte laut einer Mitteilung: „Solche Anschläge müssen wir mit aller Härte verfolgen und unsere Demokratie mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln schützen.“ Der SPD-Landesvorsitzende Michael Groschek nannte die Anschläge „beschämend“. Man werde sich aber „durch diese feigen Angriffe nicht einschüchtern lassen“, sagte er laut einer Mitteilung.

          Hinweise auf zwei Brandstifter

          Eine Nachbarin sagte der Polizei, zwei dunkel gekleidete Männer gesehen zu haben. Einer der beiden sei mit einer Sturmhaube maskiert gewesen. Die Polizei geht davon aus, dass auch der zweite eine solche Haube trug. Der Brand wurde den bisherigen Ermittlungen zufolge gegen 1.10 Uhr am Dienstagmorgen gelegt.

          Die beiden Brandstifter seien nach der Tat zu Fuß in eine Straße gelaufen, die zu einem Park führt. Noch in der Nacht eingeleitete Suchmaßnahmen, bei denen auch ein Hubschrauber sowie ein Suchhund zum Einsatz kamen, blieben zunächst erfolglos. Am Dienstagvormittag durchkämmten Beamte den Park auf der Suche nach Spuren.

          Die SPD-Bundestagsabgeordnete Michelle Müntefering

          Müntefering sitzt seit 2013 im Bundestag, sie vertritt als Direktkandidatin den Wahlkreis Herne – Bochum II. Müntefering ist unter anderem Mitglied des Auswärtigen Ausschusses und Vorsitzende der deutsch-türkischen Parlamentariergruppe. Sie ist verheiratet mit dem früheren SPD-Vorsitzenden und ehemaligen Vizekanzler Franz Müntefering.

          Bereits am Montag war in der Nachbarstadt Bochum in eine Wahlkampfhütte der Linken eingebrochen worden. Die Polizei bestätigte den Eingang einer entsprechenden Anzeige der Partei. Bei dem Einbruch in die Hütte, die in einer Bochumer Fußgängerzone steht, wurden nach Angaben der Linken Wahlkampfmaterialien zerstört und entwendet. Außerdem sei auf den Boden uriniert worden. In der Vergangenheit habe es bereits mehrfach Anschläge auf Parteibüros gegeben.

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