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Anschläge in Deutschland : Den Wahnsinn verhindern

Der Rucksack des Attentäters von Ansbach Bild: dpa

Ansbach, München, Reutlingen, Würzburg: Die passgenaue Antwort auf all diese Attentate wird es nicht geben. Aber es gibt Antworten. Es wäre eine Illusion zu glauben, dass „Lebensqualität“ darunter nicht leiden müsste. Ein Kommentar.

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          Den meisten Deutschen ist es egal, ob es sich bei den Attentaten in Ansbach, München, Reutlingen oder Würzburg nun um „richtigen“ islamistischen Terror, um kopierten oder aber gar nicht um solchen Terror, sondern „nur“ um einen Amoklauf handelte. Sie wollen wissen: Kann man etwas dagegen tun? Ist dieser Gewaltwelle irgendwie Einhalt zu gebieten?

          Jasper von Altenbockum
          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

          Nach dem Anschlag von Ansbach entbehrte es nicht eines gewissen makabren Interesses, dass die Antwort darauf abhängig gemacht wurde davon, welche Art von Gewalt denn vorliege, ob der Selbstmörder also „islamistisch“ inspiriert sei oder nicht. Macht das einen Unterschied? Will man das wissen, um sein Weltbild zurechtzurücken – oder um sich etwas vorzumachen?

          Unterschiede laufen auf dasselbe hinaus

          Politik und Polizei müssen Unterschiede sicherlich zur Kenntnis nehmen, um nicht vorschnell zu handeln. Aber die Lehre der vergangenen Wochen ist, dass Unterschiede auf dasselbe hinauslaufen: Im Krieg des „Islamischen Staats“ wird das Heer der nützlichen Idioten immer größer. Der unpolitische Massenmörder gehört dazu, der psychopathische Einzelgänger, selbst der Asylbewerber, der das Dönermesser schwingt. Auch die ganz Schlauen, an vorderster Front die AfD-Trompeter, dürfen sich dazu rechnen, wenn sie den einen Fundamentalismus mit dem anderen austreiben wollen.

          Die passgenaue Antwort auf all diese Einzelphänomene wird es nicht geben. Wohl aber Antworten. Eine davon lautet: Ein Jahr 2015 wird es in Deutschland so schnell nicht wieder geben.  Dagegen wehren sich nur noch die ganz Sorglosen. Andere Antworten reichen vom gezielten Rucksackverbot bis zur stärkeren Präsenz der Polizei. Es wäre eine Illusion zu glauben, dass damit nicht auch „Lebensqualität“ eingeschränkt werden müsste.

          Das betrifft nicht zuletzt die virtuelle Welt. Ein „Darknet“ muss es nicht geben, um sich freiheitliche Gesellschaft zu nennen. Verrückte und Verbrecher auf Twitter, Facebook oder sonstwo im Netz muss es genauso wenig geben, nur um sagen zu können, dass Freiheit der Sicherheit nicht geopfert werden dürfe. Nicht einmal die Unternehmen muss es geben, die für solche Fragen kaum einen Funken Verantwortung aufbringen.

          Und was soll man von Politikern und Netzdevoten halten, die rechtliche Schranken für den ganz normalen Wahnsinn verhindern, der sich im Netz abspielt, nur um sagen zu können, es dürfe keine „einfachen“ Antworten geben? Auch sie gehören spätestens seit diesem Wochenende zu den nützlichen Idioten.

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