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Anschläge auf türkische Läden : Bundesanwaltschaft übernimmt Ermittlung zu Waldkraiburg

  • Aktualisiert am

Der Inhaber eines Döner-Imbiss im bayerischen Waldkraiburg fegt am 6. Mai in seinem Geschäft Scherben zusammen. Bild: dpa

Im bayerischen Waldkraiburg wurden seit April Anschläge auf mehrere türkische Läden verübt, sechs Menschen wurden verletzt. Jetzt hat die Generalbundesanwaltschaft die Ermittlungen übernommen – unter anderem wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat.

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          Nach Anschlägen auf Geschäfte türkischstämmiger Inhaber im oberbayerischen Waldkraiburg hat der Generalbundesanwalt die Ermittlungen übernommen. Grund sei die besondere Bedeutung des Falls, sagte der Sprecher der Bundesanwaltschaft am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Karlsruhe. Außerdem bestehe der Verdacht der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat.

          Seit April waren in Waldkraiburg (Landkreis Mühldorf am Inn) die Scheiben dreier türkischer Läden eingeschlagen und ein Feuer in einem Gemüseladen gelegt worden. Sechs Menschen wurden verletzt. Vor anderthalb Wochen hatte die Polizei einen Tatverdächtigen festgenommen. Fast zwei Dutzend funktionsfähige Rohrbomben wurden bei ihm gefunden, kiloweise Chemikalien und eine Pistole. Der in Deutschland geborene Mann hat die Anschläge gestanden. Der 25-Jährige hatte sich selbst als „IS“-Kämpfer bezeichnet und Hass auf Türken als Motiv angegeben. Der mutmaßliche Täter sitzt seither in Untersuchungshaft. Wegen des Brandanschlags mit sechs Verletzten wird ihm auch versuchter Mord vorgeworfen.

          Vor allem auch wegen dieser Tat misst die Bundesanwaltschaft dem Fall besondere Bedeutung bei. Weitere Einzelheiten zur Übernahme der Ermittlungen wurden zunächst nicht mitgeteilt. In Bayern hatte die Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus bei der Generalstaatsanwaltschaft München den Fall betreut. In Waldkraiburg hatten die Menschen auch nach der Festnahme spekuliert, ob der Mann ein Einzeltäter ist.

          Der Londoner Extremismusforscher Peter Neumann hatte die Waldkraiburger Anschläge als etwas Neues eingestuft. Es sei das erste Mal, dass ein mutmaßlicher Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat türkische Ziele in Europa ins Visier genommen habe. „Anschläge auf türkischstämmige Menschen ohne kurdischen Hintergrund sind in Europa eine wirkliches Novum“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Es sehe so aus, als ob es sich um einen Einzeltäter handele, der sich als „einsamer Wolf“ über das Internet radikalisierte.

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