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Annegret Kramp-Karrenbauer : Hör zu und kümmere Dich um die Kleinen

Im bayerischen Kloster Seeon: Annegret Kramp-Karrenbauer besucht die jährliche Neujahresklausur der CSU. Bild: EPA

Annegret Kramp-Karrenbauer führt die CDU jetzt seit drei Monaten. Dabei setzt sie auf drei Prinzipien – mit Erfolg: Immer mehr ihrer ehemaligen Gegner wechseln in ihr Lager.

          7 Min.

          Noch vor zwei Monaten konnte der Abgeordnete Carsten Linnemann mit Annegret Kramp-Karrenbauer nicht warm werden. Als sie auf dem Hamburger Parteitag der CDU mit knapper Mehrheit Vorsitzende der CDU wurde, rief er ihrem geschlagenen Hauptwidersacher wehmütige Worte hinterher: „Lieber Friedrich, bleib bitte bei uns“. Es war ein Ausdruck hoher Not. Linnemann führt die Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der Union. Er stand damit in jenen Tagen an der Spitze eines Großverbands, der wie kein anderer für Friedrich Merz trommelte, Kramp-Karrenbauers schärfsten Konkurrenten. Das Unternehmen scheiterte. Kramp-Karrenbauer führt, Merz ist abgetaucht.

          Konrad Schuller
          Politischer Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Linnemann aber hat sich entwickelt. „Sie macht das richtig gut“, sagt er heute über die neue Chefin, sie suche den Austausch. „Es ist klar, dass sie jetzt die Nummer eins ist.“ Andere klingen ähnlich. Christian von Stetten, Chef des Parlamentskreises Mittelstand in der Unionsfraktion, auch er seinerzeit ein führender Merz-Unterstützer, sagt, er könne „alles unterschreiben“ was „AKK“ momentan so sage. Sie halte sich „beachtlich“, sie zeige „klare Kante“.

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