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Wirtschaftskompetenz : Das Soziale und der Markt

Nach der Bundestagswahl 1965: Bundeskanzler Ludwig Erhard (mit Zigarre), Altbundeskanzler Konrad Adenauer und der CSU-Vorsitzende Franz-Josef Strauß (ganz rechts) Bild: SZ Photo

Viel Häme musste Annalena Baerbock einstecken, als sie die soziale Marktwirtschaft der SPD zuschrieb. Ob aber alle ihre Kritiker sattelfest wären?

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          In der jüngsten Bundestagsdebatte schrieb die Kanzlerkandidatin der Grünen Annalena Baerbock die Erfindung der Sozialen Marktwirtschaft der SPD zu. Sie sprach über entschlossenes politisches Handeln in Umbruchzeiten und sagte, in den Sechzigerjahren hätten „Sozialdemokraten“ die „Soziale Marktwirtschaft auf den Weg gebracht“, in Wirklichkeit war es die CDU. Viel Häme musste sie dafür einstecken, einen „Baerbock“ habe sie geschossen. Das ist wohlfeil, Fehler können passieren. Friedrich Merz hat neulich den Begriff der Liquiditätsfalle ungenau verwendet, gleichbedeutend mit überbordender Staatsverschuldung. Auch er musste deswegen einiges aushalten.

          Dabei möchte man wetten, dass bei Weitem nicht alle, die über Baerbock und Merz herziehen und auf solche Fehler nur warten, sattelfest beim Thema Wirtschaft und besonders Sozialer Marktwirtschaft wären. Es beginnt schon mit der Frage, wie „Soziale Marktwirtschaft“ geschrieben werden soll. Als Eigenname? Oder ist „sozial“ nur das Beiwort zur Marktwirtschaft? Geht es um ein fest gefügtes Modell für die wirtschaftspolitische Praxis oder eine Überzeugung? Im herkömmlichen Verständnis ist Soziale Marktwirtschaft ein Eigenname geworden. Sie hat einen Erfinder, Ludwig Erhard, einen konkreten Anfang, die Währungsreform 1948 im Westen, und den für jeden verständlichen Inhalt, die Kräfte des Marktes durch den Sozialstaat einzuhegen und abzufedern.

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