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Gratulationen für Laschet : „Ich setze auf einen fairen Wahlkampf“

  • Aktualisiert am

Annalena Baerbock am Montag in Berlin Bild: AP

Die Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock gratuliert Armin Laschet zu dessen Kandidatur. Glückwünsche kommen ebenfalls von der Kanzlerin. Es gibt auch kritische Töne.

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          Die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock hat dem CDU-Vorsitzenden Armin Laschet zur Kanzlerkandidatur der Union gratuliert. „Ich setze auf einen fairen Wahlkampf um die Führung dieses Landes“, erklärte sie am Dienstag auf Twitter. „Und darum, wer die nötigen Veränderungen energisch vorantreibt, damit wir die Herausforderungen meistern.“ Sie versah den Tweet mit den Hashtags #Klimaschutz #Digitalisierung #Bildung #Zusammenhalt.

          Zuvor hatte der CSU-Vorsitzende Markus Söder mitgeteilt, dass er das klare Vorstandsvotum der CDU für ihren Parteichef Armin Laschet als Kanzlerkandidaten der Union akzeptiere. Vorausgegangen war ein mehr als einwöchiges Ringen zwischen Söder und Laschet. Baerbock selbst war am Vortag vom Grünen-Vorstand als Kanzlerkandidatin nominiert worden, nachdem sie sich mit Co-Chef Robert Habeck geeinigt hatte.Die Bestätigung der Personalie durch den Grünen-Parteitag im Juni gilt als sicher.

          Lindner wünscht Erfolg

          Glückwünsche übermittelte nach Söders Erklärung auch Regierungssprecher Steffen Seibert im Namen der Kanzlerin. „Herzlichen Glückwunsch, lieber Armin Laschet, zur neuen Aufgabe als Kanzlerkandidat der Union. Ich freue mich auf die kommenden Monate unserer Zusammenarbeit“, schrieb Seibert auf Twitter.

          SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz twitterte, „jetzt scheint es ja entschieden: Erstmal Glückwunsch zur Nominierung zum Kanzlerkandidaten der Unions-Schwestern. Ich freue mich auf eine sachliche Debatte über Inhalte und den Wettstreit um die besten Ideen für unser Land. Glück auf!“

          Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner hat Armin Laschet zur Übernahme der Kanzlerkandidatur für die Unionsparteien gratuliert. „Herr Laschet ist ein Regierungschef und Verhandlungspartner, den wir für seine Fairness schätzen. Es gibt viele inhaltliche Fragen, in denen wir mit Herr Laschet, auch im konkreten Regierungshandeln, übereinstimmen“, sagte Lindner am Dienstag in Berlin mit Blick auf die gemeinsame Koalition in Nordrhein-Westfalen. Zugleich gebe es genug Unterschiede, die einen spannenden Wahlkampf versprächen. „Wir wünschen Herrn Laschet also viel Erfolg, soweit er nicht zu unseren Lasten geht“, sagte Lindner.

          Respekt für Söder

          Der Grünen-Fraktionsvorsitzende Anton Hofreiter hat das Findungsverfahren der Union für ihren Kanzlerkandidaten kritisiert. „Unsere Sorge ist groß, dass diese Zerrissenheit der Union weitergeht“, sagte Hofreiter am Dienstag in Berlin. Hofreiter sagte: „Auch wenn wir Konkurrenten sind: Es tut in einer Demokratie nicht gut, wenn es keine funktionierende konservative Partei gibt, die fest auf dem Boden der Demokratie steht.“ Welche Auswirkungen es habe, wenn konservative Parteien in größere Schwierigkeiten gerieten, sehe man in Italien, Frankreich und den Vereinigten Staaten.

          Gleichwohl sagte Hofreiter: „Wir freuen uns auf einen spannenden und auf einen hoffentlich inhaltlichen und fairen Wahlkampf.“

          Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hat die Entscheidung über die Kanzlerkandidatur der Union begrüßt. „Und natürlich freue ich mich arüber ausdrücklich, dass Armin Laschet Spitzenkandidat der Union für die Bundestagswahl im September wird“, sagte Günther am Dienstag in Kiel. Für seine Unterstützung habe den Ausschlag gegeben, dass Laschet für Europa brenne, wie es „einfach ein deutscher Kanzler machen muss“.

          Günther sprach zugleich CSU-Chef Markus Söder „großen Respekt“ für dessen Entscheidung aus. Dieser habe das Fenster für die nun gefundene Lösung geöffnet. Bayerns Ministerpräsident hatte zuvor erklärt, dass er das klare Vorstandsvotum der CDU für ihren Parteichef Laschet akzeptiere.

          Mützenich sieht Chaos bei der Union

          FDP-Generalsekretär Volker Wissing hat die Union aufgerufen, einer Versachlichung der Corona-Debatte zuzuwenden. „Armin Laschet hat sich durchgesetzt und gezeigt, dass er Kanzlerqualitäten besitzt. Wer so viel aushält und so ein Stehvermögen beweist, dem kann nun auch die eigene Partei nicht mehr das Kanzlerpotenzial absprechen“, teilte Wissing am Dienstag mit. Nachdem die Union ihre Personalfragen geklärt habe, könne der Wettbewerb um Ideen und Konzepte beginnen.

          „Herr Laschet mag sich als Kanzlerkandidat gegen Markus Söder durchgesetzt haben, in welche Richtung er die Union zu führen gedenkt, ist noch unklar. Fest steht, ein einfaches Weiter-so und eine nahtlose Fortsetzung der Merkel-Politik können mit Blick auf die Herausforderungen, vor denen unser Land steht, keine Option sein“, so Wissing. Die Union müsse sich der Zukunft mit einer engagierten Fortschrittsagenda stellen. „Die Freien Demokraten werden sie dabei gerne unterstützen“, sagte Wissing weiter.

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          Auch SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich gratulierte dem CDU-Vorsitzenden. Mützenich sprach in diesem Zusammenhang von „Chaostagen“ in der Union. „Ich bin relativ sicher, dass das Chaos dort auch nicht aufhört“, sagte er weiter.

          Mützenich wies darauf hin, dass Laschet nur „mit Hängen und Würgen“ die Unterstützung des CDU-Bundesvorstands erhalten habe. Zudem habe es danach schon wieder „vergiftete Sätze“ von Söder gegeben, als dieser den Erfolg Laschets anerkannte. Gleichwohl hoffe er zumindest, dass es jetzt erst einmal wieder mehr Unionspolitiker schaffen würden, sich „auf die Pandemiebekämpfung zu konzentrieren“, sagte Mützenich weiter.

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