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Anklage gegen IS-Zelle : Das tadschikische Terrornetz in NRW

  • -Aktualisiert am

Einsatzfahrzeuge vor dem Hochsicherheitssaal des Oberlandesgerichts Düsseldorf im vergangenen Herbst Bild: dpa

In Kürze wollten sie in Neuss wohl einen Islamkritiker ermorden: Fünf Tadschiken sollen zu einem IS-Terrornetz gezählt haben, das bis zu den Attentätern von Stockholm und Wien gereicht haben könnte.

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          Vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht haben schon zahlreiche Verfahren gegen dschihadistische Terroristen stattgefunden. In Bälde wird es im Hochsicherheitstrakt des Gerichts einen der größten und möglicherweise aufschlussreichsten Prozesse der jüngeren Vergangenheit geben. Es ist der Abschluss eines der wichtigsten Ermittlungserfolge der nordrhein-westfälischen Sicherheitsbehörden gegen Mitglieder der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS). Wie der Generalbundesanwalt (GBA) am Montag mitteilte, hat er bereits Anfang des Monats Anklage gegen fünf in Deutschland lebende Tadschiken erhoben, die fest in die IS-Struktur eingebunden gewesen sein sollen.

          Reiner Burger

          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Die mutmaßliche Zelle hat nach Erkenntnissen der Ermittler für den IS Geld gesammelt, einen Auftragsmord in Albanien angenommen, und sie stand kurz vor einem Mordanschlag auf einen Islamkritiker in Neuss. Ihre Verbindungen reichten bis nach Schweden und in das Umfeld des IS-Attentäters vom 2. November in Wien. Laut Anklage war es das Ziel der Zellenmitglieder, „den bewaffneten Kampf gegen aus ihrer Sicht ‚Ungläubige‘ aufzunehmen und in der Bundesrepublik Deutschland Anschläge zu begehen“. Bei ihren Planungen soll die Zelle in engem Kontakt mit IS-Führungsmitgliedern in Syrien und Afghanistan gestanden haben.

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