https://www.faz.net/-gpf-8l6jg

Allensbach-Umfrage : Deutsche so ängstlich wie zu Beginn der Finanzkrise

  • Aktualisiert am

Ein Flüchtling hat sich in Ungarn ein Foto von Angela Merkel um den Hals gehängt. Ihrer CDU trauen die Deutschen noch am ehesten ein überzeugendes Konzept im Umgang mit der Flüchtlingskrise zu. Bild: dpa

Verunsichert schauen Deutschen in die Zukunft. Das liegt unter anderem an der Flüchtlingskrise, bei der kein Parteikonzept überzeugt – auch nicht das der AfD.

          1 Min.

          Materiell geht es den Deutschen so gut wie lange nicht – trotzdem ist die Stimmung im Keller. Laut einer Allensbach-Umfrage war die Stimmung in der Bevölkerung zuletzt zu Beginn der Finanzkrise 2008 so schlecht wie heute. Die Untersuchung war im Auftrag der SPD erstellt worden.

          Die Meinungsforscher haben den Berichten zufolge wenig positive Botschaften für die Sozialdemokraten. Allensbach-Chefin Renate Köcher erklärte den SPD-Bundestagsabgeordneten am vergangenen Donnerstag bei deren Fraktionsklausur, die Bürger seien vor allem durch die Ankunft der vielen Flüchtlinge verunsichert. Weitere Angstfaktoren seien die „Häufung von Terrorakten“, internationale Krisen, die Entwicklung der inneren Sicherheit sowie „Veränderungen in der Gesellschaft“. Außerdem treibe viele Menschen die Sorge um, Deutschland könne in militärische Konflikte hineingezogen werden.

          Keine Partei überzeugt in der Flüchtlingskrise

          Überzeugende Konzepte für den Umgang mit der Flüchtlingskrise sehen die Bürger bei keiner Partei. Der CDU trauen das 13 Prozent der Befragten zu, der AfD 9 Prozent. Nur acht Prozent setzten auf die CSU, sechs Prozent auf die SPD.

          Der berühmte „Wir-schaffen-das“-Satz von Bundeskanzlerin Angela Merkel hat viele Menschen offensichtlich nicht überzeugt. So schätzt jeder Zweite die Chancen, dass die Integration der Flüchtlinge gelingen wird, als „weniger gut“ ein, nur ein Prozent als „sehr gut“.

          Die AfD als „Denkzettel“ für andere Parteien

          Die pessimistische Stimmung hat der AfD nach Einschätzung der Demoskopen Sympathie eingebracht. 46 Prozent der von ihnen Befragten befürworteten den Satz: „Ich bin nicht für die AfD, aber ich finde es gut, dass die AfD bei den letzten Landtagswahlen so gut abgeschnitten hat. Damit haben die anderen Parteien wenigstens einen Denkzettel bekommen und wissen, dass sie sich um eine Lösung der Probleme bemühen müssen.“

          Die eigene wirtschaftliche Lage stuften den Angaben zufolge 54 Prozent der Befragten als gut oder sehr gut ein. Als Stimmungsaufheller reicht das aber wohl nicht aus. Denn nur 36 Prozent sehen „dem kommenden Jahr mit Hoffnungen entgegen“.

          Weitere Themen

          „Das war Bidens kraftvollste Rede“ Video-Seite öffnen

          Neuer Präsident vereidigt : „Das war Bidens kraftvollste Rede“

          Joe Biden ist der 46. Präsident der Vereinigten Staaten. Biden sei kein Wunderheiler, sagt Amerika-Experte Klaus-Dieter Frankenberger. Aber er habe in seiner Antrittsrede eindrucksvoll klar gemacht, dass er das Land wieder vereinen wolle. Ein Videokommentar.

          Topmeldungen

          Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am 20. Januar in Berlin

          Grenzkontrollen in der EU : Brüssel hat Merkels Warnschuss gehört

          Die Bundeskanzlerin droht angesichts der schnellen Verbreitung der neuen Virusvariante mit Grenzkontrollen. Sie will in der EU eine Testpflicht für Pendler aus Hochrisikogebieten durchsetzen. Diese Gebiete müssten aber erst einmal definiert werden.

          Nawalnyjs Blockbuster : Der Held kämpft in der Zelle

          Am orthodoxen Epiphaniasfest taucht auch Putin im Eiswasser unter, wie es Gläubige tun, um ihre Sünden abzuwaschen. Ist die Farbe seiner Badehose eine Anspielung auf Alexej Nawalnyj? Der Kremlkritiker inszeniert einen lebensgefährlichen Blockbuster.
          Die Burg Hohenzollern bei Bisingen (Baden-Württemberg)

          Hohenzollern-Ansprüche : Freispruch oder Klage

          Eigentlich ganz einfach: Der Kulturausschuss in Potsdam berät über die Hohenzollern-Ansprüche. Doch während die einen zum Verhandlungsstand vom Dezember 2018 zurückkehren wollen, haben andere genug vom Reden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.