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Aus Angst vor Corona : „Viele Kranke trauen sich nicht mehr zum Arzt“

Achtung Corona: Hinweisschild an der Notaufnahme der Berliner Charité Bild: Ullstein

Die Sorge vor einer Ansteckung mit dem Virus ist inzwischen so groß, dass viele Menschen mit anderen Leiden lieber zuhause bleiben. Das kann gravierende Folgen haben.

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          Der Mann hatte seit vier Tagen Beschwerden, Brustschmerzen und auch Wasser in den Beinen. Als er in der Arztpraxis auftauchte, hat Ulf Zitterbart ihn sofort ins Krankenhaus eingewiesen: Der Patient hatte einen Herzinfarkt. Auf die Frage Zitterbarts, warum er mit diesen Beschwerden nicht schon früher gekommen sei, antwortete der Mann: „Ich habe Angst vor Corona.“ Und außerdem wären die Arztpraxen doch geschlossen.

          Kim Björn Becker
          Redakteur in der Politik.
          Mona Jaeger
          Stellvertretende verantwortliche Redakteurin für Nachrichten und Politik Online.

          Zitterbart führt zusammen mit vier Kollegen eine Praxis in Kranichfeld südöstlich von Erfurt, und er ist Vorsitzender des Thüringer Hausärzteverbands. Überall gebe es ein ähnliches Bild: Die Wartezimmer sind deutlich leerer als noch vor dem enormen Anstieg der Corona-Infektionen. Zwar gibt es seit einigen Wochen die Anweisung, dass aufschiebbare Operationen und Untersuchungen auch tatsächlich verschoben werden sollen – einerseits, um Patienten nicht zu gefährden, andererseits, damit die Krankenhäuser ihre Kapazitäten für Corona-Patienten nutzen können. Doch offensichtlich hat das vielerorts dazu geführt, dass auch Kranke mit ernstzunehmenden Symptomen nicht zum Arzt gehen.

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