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Fleisch essen : „Die Leute feinden uns an, weil wir einen Ochsen grillen“

  • -Aktualisiert am

Volksvergnügen: Ochsenbraterei anlässlich der Krönung von Maximilian II. zum König des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Bild: Marcus Kaufhold

Dem Gastronomen Frank Baumann ist die Lust auf Volksfeste vergangen, seit er dort von Fleischverächtern beleidigt wird. Im Interview erzählt er von der Stimmung auf den Festen.

          3 Min.

          Herr Baumann, Sie grillen auf Festen Ochs und Kalb am Spieß. Wie ist die Stimmung?

          Nicht so gut.

          Wie kann das sein?

          Uns feinden Leute an, weil wir da einen Ochsen grillen.

          Was sagen die Leute?

          So was wie „Tiermörder“ oder „Wie kann man so was essen“. Das wird dann laut rausgeblökt, damit andere das auch hören. Wir werden schlechtgemacht.

          Sind Sie auch schon körperlich angegriffen worden?

          Nein. Wir sind etwas kräftiger, so schnell geht das nicht. Aber man hat uns schon ein Getränk in den Verkaufsstand gekippt und ein Glas in den Grill geschmissen. Zum Glück ging das Glas nicht kaputt, sonst wäre nämlich das ganze Fleisch voll mit Scherben gewesen. Aber es war auch so nicht schön. Der Mann hat das einfach so gemacht. Der war auch nicht besoffen. Ich hab nur zu meinen Leuten gesagt: Jungs, bleibt ruhig.

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