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Angriffe auf Pia Findeiß : Wie eine Politikerin über Jahre zermürbt wurde

  • -Aktualisiert am

Die Zwickauer Oberbürgermeisterin Pia Findeiß in ihrem Büro im Rathaus der Stadt Bild: AP

Einschüchterungsversuche und Farbbeutel: Über Jahre ist die Oberbürgermeisterin von Zwickau bedroht worden. Hilfe bekam sie nur wenig. Inzwischen will sie keine Anzeigen mehr erstatten. „Es bringt nichts“, sagt sie.

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          Pia Findeiß weiß nicht mehr, wie oft es passiert ist. Sie führe kein Tagebuch darüber, wann Farbbeutel gegen ihr Haus geworfen wurden oder andere Dinge passieren. An die erste Einschüchterung erinnert sie sich jedoch noch genau. Es war im Februar 2015. Als sie abends von einer Veranstaltung nach Hause kam, konnte sie den Schlüssel nicht ins Schloss schieben. Es war mit Leim verklebt, darauf ein Aufkleber: „Ausländer raus“. Wenige Wochen später schliefen sie und ihr Mann, als sie ein Klingeln an der Haustür weckte.

          Timo Steppat

          Redakteur in der Politik.

          Vor der Tür standen 15 Männer, sie grölten: „Wir wissen jetzt, wo du wohnst. Wir sind das Volk.“ Ein anderes Mal wurde ihr Haus mit Farbbeuteln beworfen, die Windschutzscheibe ihres Autos mit Fett besprüht. Zuerst sprach sie nur mit ihrer Familie darüber. Als Oberbürgermeisterin müsse man etwas aushalten können, glaubte sie. Der Zorn richte sich schließlich nicht gegen sie selbst, sondern gegen das Amt. „Jeder, der für ein solches Amt kandidiert, muss sich bewusst machen, dass es nicht nur darum geht, Grundsteine zu legen oder Entscheidungen im Stadtrat herbeizuführen. Man trägt eine Last“, sagt Findeiß.

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