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Angriffe in Amberg : „Hilfssheriffs wollen wir nicht haben“

In dieser Unterführung sollen Asylbewerber wahllos auf Passanten eingeschlagen haben. Bild: dpa

Die Situation in Amberg ist unruhig nach der mutmaßlichen Prügelattacke einer Gruppe von Asylbewerbern. Von Aufmärschen und Bürgerwehren ist die Rede. Politik und Polizei nehmen nun Stellung zu den Ereignissen.

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          Joachim Herrmann kommt nicht oft in die Stadt, in der sein Vater geboren wurde. Doch an diesem Donnerstag ist der bayerische Innenminister in die Oberpfalz gefahren. „Ein gutes Zeichen“, findet Michael Cerny, der Oberbürgermeister von Amberg. Die beiden CSU-Politiker stehen am späten Nachmittag mit Thomas Schöniger vom Polizeipräsidium Oberpfalz im Rathaus und wollen über die angebliche Bürgerwehr aufklären, die sich in Amberg nach den Angriffen vierer Asylbewerber auf Passanten gebildet haben soll. „Die Dimension der Berichterstattung hätte ich mir nie vorstellen können – das ist vielleicht ein bisschen too much“, sagt Cerny. Weder gebe es in Amberg mehr oder weniger Probleme mit Migranten als in anderen bayerischen Gemeinden. Noch gebe es eine „intensive rechte Szene“.

          Am Vorabend waren vier NPD-Mitglieder aus Nürnberg nach Amberg gekommen und hatten auf den Löwenstatuen vor dem Rathaus für Fotos posiert. Auf Facebook warben sie für „Schutzzonen“ und eine Bürgerwehr, die Amberger vor gewalttätigen Migranten schützen solle. Aufmärsche oder Demonstrationen gab es jedoch nicht.

          Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte schon vor Tagen gefordert, schärfere Abschieberegelungen einzuführen. Auch der bayrische Innenminister sieht es so, wie er in Amberg sagt. Zwar sei die Stadt aktuell sicher und die Polizei habe die Täter schnell gefasst; doch es sei wichtig, Seehofers Gesetzesvorschläge ernstzunehmen. Die Täter von Amberg würde Herrmann abschieben: „Die erheblichen Körperverletzungen sind ein hinreichender Grund für eine Abschiebung. Merkwürdige Politaktionen von rechts sind aber eine Gefahr und keine Stärkung.“ Derzeit sind die festgenommenen Tatverdächtigen in Untersuchungshaft. Zwei Stunden hatte es gedauert, bis die Polizei sie festgenommen hatte.

          „Hetzjagden auf Einheimische“

          In dieser Zeit habe es aber keine Notrufe gegeben, sagt Vizepolizeipräsident Schöniger. Auch wenn die Lage derzeit sehr ruhig ist, beobachtet Schöniger ein verringertes Sicherheitsempfinden bei den Bürgern. Michael Cerny hat Herrmann deshalb gebeten, die Polizeipräsenz in Amberg zu erhöhen. Auch die Bundespolizei werde am Bahnhof verstärkt kontrollieren und präsent sein. „Wir werden der Bevölkerung zeigen, dass die Polizei da ist. Hilfssheriffs wollen wir nicht haben“, sagt Schöniger.

          Dass die Leute besorgt seien, erlebt auch die Landesvorsitzende der AfD, Katrin Ebner-Steiner. Sie ist mit einigen Abgeordneten nach Amberg gekommen. Zwei Frauen und ein Mann hätten sie per Facebook kontaktiert und wollten sie treffen, um mit ihr über ihre Ängste zu sprechen, berichtet sie. Außerdem habe sie sich ein Bild von der örtlichen Polizei gemacht, die zu gering besetzt sei. „Amberg ist wie jede andere Stadt: Die Gefährdungslage ist in ganz Bayern gleich. Hier werden Hetzjagden auf Einheimische veranstaltet“, sagt sie.

          Sie plädiert für schärfere Abschieberegeln und Asylgesetze. Außerdem sollte nach Einbruch der Dunkelheit eine Ausgangssperre für Bewohner von Asylunterkünften verhängt werden. Bürgermeister Cerny äußerte sich nicht direkt zu eventuellen Verschärfungen. Er baue auf den Rechtsstaat. „Die Straftäter sind festgesetzt und werden juristisch verfolgt.“

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