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Ralph Brinkhaus : Angriff auf die Parteivorsitzende

Die Fraktion führt ihr eigenes Leben: Kauder und Brinkhaus 2015 im Bundestag Bild: Imago

Volker Kauder hätte wohl gern auf die Kampfkandidatur an der Spitze der Fraktion verzichtet. Doch sein Konkurrent nutzt das Gegrummel in der Union für sich. Wer ist der Neue?

          4 Min.

          Den Satz, „deswegen schlage ich Volker Kauder zur Wiederwahl als Fraktionsvorsitzenden vor“, hat Angela Merkel mindestens schon siebenmal gesagt. Aber noch nie war er in den 13 Jahren, in denen Kauder sein Amt versieht, von einer derart langen Begründungsrede begleitet, wie während der jüngsten Klausurtagung. Denn dieses Mal steckt hinter dem Satz ein gefährdeter Gefolgschaftsanspruch der Unionsfraktion.

          Johannes Leithäuser

          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Zum ersten Mal, seit Merkel regiert und Kauder ihr in der Fraktion die Regierungsmehrheit sichert – „den Rücken freihält“, wie die Formel dafür lautet – zum ersten Mal will sich jemand gegen ihn stellen. Das sei ein normaler Vorgang, beteuert der angegriffene Amtsinhaber in dem Bemühen, das Außergewöhnliche dieser Absicht zu verharmlosen. Er glaube, dass ein Gegenkandidat „in der Demokratie dazugehören kann“, sagt Kauder, und fügt an: „nicht muss, aber kann“. Dass deutet dann doch an, dass es ihm lieber gewesen wäre, um diesen Wettbewerb herumzukommen.

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