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Angriff an Berliner Schule : „Hier geht es um Antisemitismus übelster Art“

  • Aktualisiert am

Schulklasse im Raum Berlin (Archiv) Bild: dpa

Der Bericht jüdischer Eltern, die ihren Sohn wegen antisemitischer Anfeindungen von der Schule nahmen, sorgt für Aufsehen. Der Zentralrat der Juden fordert, Versäumnisse lückenlos aufzuklären.

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          Nach einer Reihe von antisemitischen Übergriffen an einer Berliner Gemeinschaftsschule fordert der Zentralrat der Juden in Deutschland Aufklärung. „Hier geht es um Antisemitismus übelster Art“, sagte Zentralratspräsident Josef Schuster dem Berliner „Tagesspiegel“ vom Montag. Er verlangte von der Berliner Schulverwaltung, den Fall zu untersuchen und mögliche Fehler der Schulleitung zu benennen.

          Hintergrund ist der Fall eines jüdischen Schülers an einer Schule im Stadtteil Friedenau, der nach Angaben seiner Eltern von türkisch- und arabischstämmigen Schülern diskriminiert wurde. Demnach wurde der Junge beleidigt, ausgegrenzt und mit einer täuschend echten Spiezeugpistole bedroht, nachdem er sich offen zu seiner Religion bekannt hatte. Die Eltern nahmen ihr Kind schließlich von der Schule.

          Schulleitung: „Bedauern und Entsetzen“

          Das Direktorium räumte die Vorfälle auf der schuleigenen Homepage weitgehend ein. Gegen die übergriffigen Schüler sei Strafanzeige erstattet worden, zudem sollten die mutmaßlichen Täter an eine andere Schule geschickt werden. Demnach ist der Junge mit der Spielzeugpistole bereits seit mehreren Wochen vom Unterricht ausgeschlossen. Das Direktorium erklärte sein „Bedauern und Entsetzen“.

          Strittig ist, ob die Schulleitung auf die ersten Berichte der Eltern über antisemitische Vorfälle angemessen reagierte. Die Schule lud nach eigenen Angaben die Großeltern des Jungen ein, um vor den Schülern über ihre Erfahrungen als Holocaustüberlebende zu sprechen. Zudem seien Mediatoren der muslimisch-jüdischen Organisation Salaam-Shalom für Klassenprojekte an die Schule geholt worden.

          Die in London erscheinende Zeitung „Jewish Chronicle“ hatte vor gut einer Woche erstmals über den Fall berichtet. In dem Artikel beklagten die Eltern, dass die Schulleitung zu wenig unternommen habe, um das Kind zu schützen. Der Direktor habe zwar nach außen richtig reagiert, seiner Empörung aber keine Taten folgen lassen. Die Schule will sich nach eigenen Angaben nun Unterstützung von der Antidiskriminierungsstelle der Senatsverwaltung holen.

          Aus Sicht von Zentralratspräsident Schuster geht es aber auch grundsätzlich um „antisemitische Tendenzen“ unter Muslimen. In einem Teil der Moscheen in Deutschland werde „Judenfeindlichkeit und Israelfeindlichkeit aktiv Vorschub geleistet“, sagte Schuster dem „Tagesspiegel“. Aaron Eckstaedt, Direktor des jüdischen Berliner Gymnasiums Moses Mendelsson, sagte dem „Jewish Chronicle“, es gebe jährlich sechs bis zehn Neuanmeldungen von Schülern, die in ihrer vorherigen Schule von zumeist muslimischen Schülern diskriminiert worden seien.

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