Konrad-Adenauer-Stiftung :
Zu spät für ein Machtwort

Von Günter Bannas, Berlin
Lesezeit: 5 Min.
Vertraut: Schavan und Merkel.
Annette Schavan, Bildungsministerin in früheren Kabinetten der Bundeskanzlerin, hat ihren Verzicht auf den Vorsitz der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung angekündigt. Eine Niederlage für Angela Merkel.

Für den Fall, dass alles so bleibt, wie es derzeit erscheint, hat die CDU-Vorsitzende Angela Merkel in einer – für ihre Partei nicht unwesentlichen – Personalfrage zurückstecken müssen oder auch eine Niederlage erlitten. Annette Schavan, Bildungsministerin in früheren Kabinetten der Bundeskanzlerin Merkel und seither deutsche Botschafterin beim Heiligen Stuhl, hat ihre Bereitschaft zurückgezogen, Vorsitzende der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) zu werden. Schavan, die als Merkels Kandidatin galt, tat es nicht freiwillig. Druck und Widerstand aus Teilen der CDU und auch aus Teilen der Stiftung waren groß. Womöglich wäre es zu einer Kampfkandidatur zwischen ihr und dem derzeitigen KAS-Vorsitzenden Hans-Gert Pöttering gekommen. Nun kündigte sie ihren Verzicht an. Nach der allgemeinen Lesart in der CDU machte Schavan damit gezwungenermaßen den Weg für Norbert Lammert frei, den bisherigen Bundestagspräsidenten. Von der Erosion der Macht Merkels wird gesprochen, weil die Kritiker obsiegten.

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