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Merkel und die CDU : So nah und doch so fern

Angela Merkel und Delegierte auf dem CDU-Parteitag am 6. Dezember 2016 in Essen Bild: Maximilian von Lachner

Auf der Zielgeraden des Wahlkampfs ändert Angela Merkel ihren Kurs und greift der CDU unter die Arme. Warum hat sie sich so lange zurückgehalten? Es kursieren drei Erzählungen.

  • -Aktualisiert am
          6 Min.

          Am Ende sind die Zahlen mächtiger als alle Pläne. Nach fast drei Jahren wahlkämpferischer Zurückhaltung spricht Angela Merkel am Montagabend beim „Digitalevent“ der CDU in der Parteizentrale. Vor ihr sitzt Armin Laschet, der Kanzlerkandidat der Union. Wer ein großes Land wie Nordrhein-Westfalen führen könne, der könne auch die Bundesrepublik Deutschland regieren. Merkel lobt Laschet. Am nächsten Tag nutzt sie dafür sogar den Bundestag als Bühne.

          Eckart Lohse
          Leiter der Parlamentsredaktion in Berlin.

          Wie haben sie sich in der Parteiführung mehr Einsatz der beliebten Parteifreundin gewünscht! Noch beim Wahlkampfauftakt der Union am 21. August hatte Merkel ihre Zurückhaltung beim Einmischen in die Angelegenheiten der Partei und der Regelung ihrer Nachfolge verteidigt. Nur dezent hatte sie Laschet gelobt. Dann aber, als die Umfragen für die Union sich von oben kommend der 20-Prozent-Marke näherten und der sozialdemokratische Kanzlerkandidat Olaf Scholz immer deutlicher den Anspruch erhob, der natürliche Merkel-Erbe zu sein, griff sie ein. Erst mal ging es gegen Scholz, dann folgten die Einsätze für Laschet. Merkel sei ihrer Partei tief verbunden, heißt es bei denjenigen, die das beurteilen können. In der Fraktion, in der Regierung: Überall ist dieser Tage die Erleichterung mit Händen zu greifen.

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