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Gauland-Äußerungen : Merkel empfindet Zitat zu Boateng als „niederträchtig“

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Weltmeister Deutschland: Fußball-Nationalspieler Jerome Boateng präsentiert das Silberne Lorbeerblatt neben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am 10. November 2014 im Schloss Bellevue in Berlin. Bild: dpa

Das Urteil von Bundeskanzlerin Merkel über die abschätzigen Äußerungen des AfD-Vize zu Nationalspieler Jerome Boateng fällt vernichtend aus. Der DFB reagiert mit einem Video – und auch Alexander Gauland meldet sich abermals zu Wort.

          Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Äußerung des stellvertretenden AfD-Vorsitzenden Alexander Gauland im Zusammenhang mit dem Fußballnationalspieler Jérôme Boateng scharf verurteilt. „Der Satz, der da gefallen ist, ist ein niederträchtiger und ein trauriger Satz“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin auf die Frage eines Journalisten, wie Merkel den Bericht über Gauland in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ bewerte. Das Zitat von Gauland lautet: „Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben.“

          Seibert sagte: „Jérôme Boateng hat es selbst auf den Punkt gebracht, als er gesagt hat: Traurig, dass so etwas heute noch vorkommt.“ Die Fußballnationalmannschaft habe „wunderbar“ reagiert mit einem Video unter dem Titel „Wir sind Vielfalt.“ Der DFB veröffentlichte den etwa 30-sekündigen Film am Sonntagnachmittag auf seiner Homepage und verbreitete ihn in den Sozialen Netzwerken.

          Gauland fühlt sich wegen seiner Äußerungen über die „Nachbarn“ von Boateng zu Unrecht an den Pranger gestellt. An seinem Verständnis für Menschen mit fremdenfeindlichen Ressentiments hält der stellvertretende Vorsitzende der Alternative für Deutschland und frühere CDU-Politiker aber fest. „Ich bin natürlich kein Rassist“, sagte Gauland am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Auf die Frage, ob denn Menschen, die Vorbehalte gegen Nachbarn mit ausländischen Wurzeln haben, Rassisten seien, sagte er: „So weit würde ich nicht gehen.“

          Gauland sagte weiter, er sei kein Fußballfan. Er habe den Verteidiger des FC Bayern München gar nicht gekannt und erst nach dem Gespräch mit der FAS erfahren, dass Boateng gebürtiger Deutscher sei. Von daher sei dieses Beispiel in einer Diskussion über Einwanderung nicht gut gewählt gewesen. Gegen die Überschrift des FAS-Artikels („Gauland beleidigt Boateng“) wolle er juristisch vorgehen, „denn ich habe Herrn Boateng überhaupt nicht bewertet oder abgewertet“.

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