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Bundeskanzlerin : „Ein Tag des tiefen Nachdenkens“

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Bundeskanzlerin Angela Merkel bedauert den Abbruch der Sondierungsgespräche zu einer Jamaika-Koalition durch die FDP Bild: AFP

Angela Merkel bedauert den Abbruch der Sondierungsgespräche. Die Union habe geglaubt, dass man eine Einigung hätte erreichen können. Sie werde alles tun, um das Land „durch diese schwierigen Wochen“ gut zu führen.

          Bundeskanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel bedauert das Aussteigen der FDP aus den Jamaika-Verhandlungen und betont, dass sie sich trotzdem um Stabilität in Deutschland bemühen werde. Die Union habe geglaubt, dass man gemeinsam auf einem Weg gewesen sei, bei dem man eine Einigung hätte erreichen können, sagte Merkel am frühen Montagmorgen in Berlin. Sie sei überzeugt, dass bei dem Streitthema Zuwanderung ein Kompromiss mit den Grünen möglich gewesen wäre. „Deshalb bedauere ich es auch – bei allem Respekt für die FDP –, dass wir keine gemeinsame Lösung finden konnten“, sagte die Bundeskanzlerin. Man habe sich bereits auf einige Punkte geeinigt, die die Stabilität des Landes gestärkt hätten. Die Menschen in Deutschland hätten sich gewünscht, dass die Jamaika-Sondierungen erfolgreich gewesen wären.

          „Es ist ein Tag mindestens des tiefen Nachdenkens, wie es weitergeht in Deutschland. Ich als Bundeskanzlerin, als geschäftsführende Bundeskanzlerin werde alles tun, dass dieses Land auch durch diese schwierigen Wochen gut geführt
           wird“, sagte Merkel. Sie werde im Laufe des Tages Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier über den Stand der Dinge informieren.

          Nach dem Scheitern der Jamaika-Gespräche will die
          CDU-Vorsitzende am heutigen Montag (11.00 Uhr) mit dem Vorstand ihrer Partei in einer Telefonkonferenz über das weitere Vorgehen beraten. Die Union werde in den nächsten Wochen weiter verantwortlich handeln, sagte Merkel. FDP-Chef Christian Lindner hatte den Abbruch der Gespräche damit begründet, dass keine Vertrauensbasis zwischen den Partnern gefunden worden sei.

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