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Angebliche Absage : Satiremagazin stiftet Verwirrung um Pegida-Demonstation

  • Aktualisiert am

So berichtete das Satiremagazin „Der Postillon“ über eine angebliche Absage von Pegida. Bild: Screenshot/www.der-postillon.com

Konfusion total: Ob der Pegida-Marsch in Dresden überhaupt stattfinden würde, war am Montag zeitweise unklar. Das Satiremagazin „Postillon“ und ein angeblicher Pegida-Organisator hatten ihn abgesagt.

          Bis die Facebook-Nachricht, mit der „Spiegel Online“ eine augenscheinlich eigene Meldung über die Absage der Pegida-Demonstration in Dresden als Fälschung zurückwies, in einer Fälschung als Fälschung entlarvt wurde, war die Pegida-Demo schon dreimal abgesagt und einmal wieder zugesagt worden. Wer jetzt nicht mitgekommen ist: genau so war das gedacht, und es hat hervorragend funktioniert.

          Am Montagmittag veröffentlichte das Satiremagazin „Der Postillon“ die Meldung, die Pegida-Demonstration sei wegen interner Querelen abgesagt. Das Magazin berief sich dabei auf den Facebook-Post eines gewissen Lars Kressmann, eines angeblichen Pegida-Mitorganisators.

          Soweit, so normal: Dass der Postillon Satire macht, dürfte nach diversen Coups inzwischen beinah jedem bekannt sei - wobei: Immerhin hatte das Magazin in einer Nachricht schon einmal den Wechsel vom damaligen CDU-Politiker Ronald Pofalla zur Deutschen Bahn gemeldet. Und den gab es dann wirklich. 

          Als die Meldung über die angebliche Pegida-Absage im Netz die Runde machte, tauchte plötzlich auch auf der offiziellen Seite von Pegida eine Absage auf: „Liebe Pegida-Freunde! Der heutige Stadtspaziergang muss leider ausfallen“, stand da, „auch, weil wir intern erst einige Dinge klären müssen.“

          Wurden da Satire und Wirklichkeit vertauscht? War die Satire gar Wirklichkeit? Oder umgekehrt. Bis man fertig gedacht hatte, verschwand die Absage wieder von der Pegida-Seite, stattdessen stand da auf einmal zu lesen: „Unseren Gegnern ist jedes Mittel recht, um unsere Bewegung zu TORPEDIEREN! Natürlich sehen wir uns 18:30 Uhr auf der „COCKERWIESE“ ! Euer ORGA TEAM ( RJ ).“

          Der angebliche Pegida-Organisator Lars Kressmann ließ sich dadurch aber augenscheinlich nicht zum Schweigen bringen, und dementierte das Dementi zügig: „Ich weiß nicht, wer diesen Lügen-Post auf der PEGIDA-Homepage geschrieben hat, das die Veranstaltung doch stattfindet...Aber das stimmt nicht...WENN IHR TROTZDEM AUFMARSCHIERT DANN GIBT’S NE MASSENVERHAFTUNG.“ Der „Postillon“ verbreitet auch das wieder:

          Als dann auch noch eine angebliche Meldung des Nachrichtenportals „Spiegel Online“ auftauchte, die die Absage der Demonstration mit Verweis auf „Streit im Organisations-Team“ verkündete, war die Verwirrung perfekt.

          „Spiegel Online“ stellte zwar kurz darauf auf seiner Facebook-Seite richtig, dass die Nachricht eine Fälschung war. Aber auch das wurde - per frisiertem Screenshot - in die Legende eingestrickt, es gebe wirklich eine Absage der Demonstration:

          Schließlich tauchten Fälschungen von anderen Nachrichtenseiten auf, die angeblich über die Absage berichteten. „Spiegel Online“ hatte inzwischen tatsächlich eine Meldung über das Verwirrspiel gebracht. Und auf einer vermeintlichen Internetseite der Stadt Dresden wurde per Eilmeldung verkündet, der Pegida-Veranstalter habe die Demonstration offiziell abgesagt. Auch das war natürlich ein Fake:

          Am Ende kamen rund 18.000 Pegida-Anhänger zur dann doch nicht abgesagten Demonstration nach Dresden. Beinah ist man geneigt zu glauben, dass auch das eine Falschmeldung ist. Schließlich ist das Dementi der Absage inzwischen wieder von der Facebook-Seite des Pegida-Bündnisses verschwunden. Als hätte es die Absage nie gegeben.

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