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Pläne der Ampel-Koalition : Kann 3G in öffentlichen Verkehrsmitteln funktionieren?

Pendler am frühen Morgen an der Berliner S-Bahn-Haltestelle Schönhauser Allee. Bild: dpa

Die Ampel will der Pandemie mit verschärften Zugangsregeln für den öffentlichen Verkehr Herr werden. Bringt das etwas – oder schafft es bloß Probleme?

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          Wer mit Bus und Bahn in deutschen Städten unterwegs ist, sieht immer mal wieder ein Gesicht, das nicht oder nur halb mit einer Mund-Nasen-Maske bedeckt ist. Wenn die bisherigen Regeln also schon heute nicht immer greifen, was kann dann die geplante 3-G-Regel im Nah- und Fernverkehr bringen? Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) spricht jedenfalls davon, dass flächendeckende Kontrollen kaum umzusetzen sind. Auch für den Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) ist eine flächendeckende 3-G-Kontrolle nicht realistisch, selbst wenn die Bundespolizei tatkräftig unterstützte. Auch seien 3-G-Kontrollen deutlich aufwändiger, da anders als bei einer fehlenden Maske nicht auf den ersten Blick erkannt werden kann, ob jemand geimpft, genesen oder getestet ist. Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) weist zudem auf die Beförderungspflicht hin: Nur unter bestimmten Kriterien können die Verkehrsbetriebe überhaupt Fahrgäste von der Fahrt ausschließen.

          Timo Frasch
          Politischer Korrespondent in München.
          Jan Hauser
          Redakteur in der Wirtschaft.
          Stefan Locke
          Korrespondent für Sachsen und Thüringen mit Sitz in Dresden.
          Anna Schiller
          Volontärin.
          Rüdiger Soldt
          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Das ist auch eines der Argumente, warum der geschäftsführende Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) eine 3-G-Pflicht ablehnt. Im Gespräch mit der F.A.Z. bleibt er bei seiner Position, obschon sein Parteivorsitzender, der bayerische Ministerpräsident Markus Söder, am Montag mitgeteilt hat, er sei „ausdrücklich dafür, dass auch 3 G im ÖPNV und im Fernverkehr stattfindet“. Scheuer verwies demgegenüber auf Untersuchungen, wonach vom öffentlichen Regional- und Fernverkehr kein signifikantes Ansteckungsrisiko ausgehe.

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