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Aminata Touré : „Ich gebe viel Kraft, Zeit und Energie rein“

In ihrem Leben geht alles ganz schnell: Aminata Touré in ihrem Büro im Landeshaus in Kiel. Bild: Lukas Kreibig

Aminata Touré kommt aus einer Flüchtlingsfamilie. Sie ist erst 27 Jahre alt und schon Vizepräsidentin im Landtag von Schleswig-Holstein. Wie hat sie das geschafft?

          5 Min.

          An einem Spätsommertag vor bald einem Jahr hält sie nichts mehr auf ihrem Platz. Aminata Touré geht zum Rednerpult und muss noch etwas loswerden. Sie ist aufgewühlt, spricht frei zum Plenum und dreht sich wenige Male nach rechts. Dort sitzt die schleswig-holsteinische Landtagsfraktion der AfD. Deren Vorsitzender hatte soeben behauptet, Flüchtlinge aufzunehmen führe zum Tod im Mittelmeer. Er hatte gefordert, Afrika eine klare Botschaft zu senden: „You will not make Europe home!“ Touré, mit einer Jeansjacke gekleidet, poltert an jenem Septembertag zurück: „Sie sollten sich schämen für die Beiträge, die Sie machen, Sie, Ihre ganze Fraktion, Ihre gesamte Partei. Das ist das Letzte, was Sie bringen.“

          Tim Niendorf

          Politikredakteur.

          So viel steht fest: An Selbstbewusstsein mangelt es Touré nicht. Seit drei Jahren sitzt die 27 Jahre alte Politikerin für die Grünen im Landtag von Schleswig-Holstein, im vergangenen Jahr wurde sie zur Vizepräsidentin des Landtags gewählt und damit zur jüngsten in ganz Deutschland. In Kiel ist sie Sprecherin für „Migration, Frauen und Gleichstellung, Kinder und Jugend, Queer und Antirassismus“. Nach dem Tod des schwarzen Amerikaners George Floyd durch Polizeigewalt war sie in den vergangenen Wochen viel gefragt. Sogar in den Tagesthemen wurde sie interviewt, vor einem Millionenpublikum. Im Leben von Touré geht alles ganz schnell.

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