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Am Hauptbahnhof : Polizei bittet Münchner, keine Hilfsgüter mehr zu bringen

  • -Aktualisiert am

Stapelweise Wasser und Hygieneartikel im Hauptbahnhof Bild: dpa

Die überwältigende Spendenbereitschaft der Münchner hat die Polizei am Hauptbahnhof in Schwierigkeiten gebracht. Die Beamten baten die Bürger, nichts mehr zu bringen. Über eine Gabe freuten sich die Flüchtlinge besonders.

          Am frühen Abend steht eine junge Frau am Münchner Hauptbahnhof am Gitter, das die Schaulustigen und wartenden Pendler von den Flüchtlingen trennt, unter dem Arm trägt sie Hygieneartikel: Deo, Binden, ein paar Windeln. Doch die beiden Polizistinnen winken ab, „hier kommt keiner mehr rein, es sind schon sehr viele Helfer da“. Sie solle doch morgen wiederkommen, dann könne sie auch ihre Spenden abgeben.

          Jonas Jansen

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für die „Netzwirtschaft“.

          An diesem Dienstag stapelte sich mehr als genug auf dem Platz hinter dem Münchner Hauptbahnhof, so viel, dass die Stadt und Polizei kaum noch wussten, wohin damit. Um viertel nach sechs kommt sogar ein Lastwagen, um die Spenden einzusammeln und sie zwischenzulagern, so viel ist übrig geblieben: Wasser, Hygieneartikel, Bananen, Brötchen, alles mögliche stapelt sich im Hof herum. Zu Hunderten waren die Helfer gekommen, fast jeder hat etwas mitgebracht. Die Polizei twitterte schon gegen Mittag, dass nichts mehr benötigt werde.

          Trotzdem standen immer wieder Menschen mit Spenden vor den Gittern, auf der Suche nach einem Platz, wo ihre Hilfe benötigt wird. Nun, am Abend, ist es ruhiger geworden am Münchner Hauptbahnhof. Mit einem weiteren Zug aus Wien ist noch eine Handvoll Flüchtlinge angekommen. Doch selbst auf den heftigen Regenschauer waren die Münchner vorbereitet: Helfer hatten Regenschirme mitgebracht, andere sortierten - mit Regencapes geschützt - einfach stoisch weiter. Die „Weltstadt mit Herz“ hat an diesem Tag gezeigt, dass sie den Namen verdient. 

          Dass so viele Hilfsgüter übrig geblieben sind, liegt allerdings nicht nur an der überwältigenden Spendenbereitschaft: viele ankommende Flüchtlinge sind offenbar so von der Gastfreundschaft überrascht, dass sie kaum etwas annehmen. Manche zögern, nehmen hier mal einen Apfel und dort eine Flasche Mineralwasser. Zigaretten laufen gut als Spende, Obst und Wasser auch, doch vieles, auch Hygieneartikel, lehnen die Flüchtlinge höflich ab. Besonders gut weg ging allerdings eine Palette Ayran, die eine Helferin mitgebracht hatte, das türkische Joghurtgetränk war offenbar bekannt und beliebt. 

          Auch eine andere Spende hat viele Flüchtlinge erfreut. Dank „Freifunk München“ gibt es jetzt auch einen offenen Wlan-Hotspot. Das ist für die Flüchtlinge, deren wichtigstes Gerät ein Smartphone zur Kommunikation mit Zuhause ist, eine große Hilfe. So brauchen sie keine teuren Sim-Karten und können ihre Familien, Freunde oder Fluchtpartner besser informieren.

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