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Altmunition im Meer : Sprengstoff im Fisch

Zwei Wasserbomben aus dem Zweiten Weltkrieg werden im Juli 2013 in der Ostsee gezielt gesprengt. Bild: dpa

1,6 Millionen Tonnen Munitions- und Sprengstoffreste werden in der deutschen Nord- und Ostsee vermutet. Sie lösen sich langsam auf – und belasten schon jetzt stellenweise Tiere und Pflanzen.

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          Manchmal taucht die dunkle Vergangenheit aus den Meeren wieder an den Stränden im Norden auf, und manchmal sieht sie sogar ganz schön aus. Wie die kleinen Klumpen, die man für Bernstein halten kann, und die doch Phosphor sind. Überreste von alten Brandbomben – und getrocknet noch immer gefährlich. Das meiste aber, was an Munition im Zweiten Weltkrieg in Nord- und Ostsee gelandet, oder danach dort versenkt worden ist, kann man nicht sehen. Sie ist aber nicht weniger gefährlich. Etwa 1,6 Millionen Tonnen werden allein in der deutschen Nord- und Ostsee vermutet. Und weil die Munition am Meeresboden langsam verrostet und verrottet, müsste sie geborgen werden – nur ist nicht klar, wann und wie das passieren soll.

          Julia Löhr

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Matthias Wyssuwa

          Politischer Korrespondent für Norddeutschland und Skandinavien mit Sitz in Hamburg.

          Am Donnerstag hat in Hamburg die Konferenz der Umweltminister von Bund und Ländern begonnen. An diesem Freitag werden sie über eine Antrag abstimmen, den die Küstenländer Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen eingebracht haben. Tagesordnungspunkt 27: „Gefährdung von Mensch, Umwelt und Natur durch Munitionsaltlasten in Nord- und Ostsee – notwendiger Einstieg in eine geordnete Bergung.“ Dabei geht es zuerst einmal darum, überhaupt herauszufinden, wo eigentlich was genau liegt, in welchem Zustand die Munition ist, und welche Gefahr von ihr ausgeht: für Meer, Menschen, Natur. In Punkt sechs heißt es dann, „auf Grundlage einer verbesserten Daten und Informationslage“ solle über Maßnahmen wie die Bergung und Entsorgung befunden werden. Und natürlich geht es auch darum, wer das bezahlen soll.

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