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Altersarmut : Kauder lehnt Zuschussrente ab

  • Aktualisiert am

Zuschussrente sei ein falsches Mittel, um in Zukunft Altersarmut zu bekämpfen, sagte Volker Kauder. Bild: dapd

Für die Zuschussrente findet Ursula von der Leyen in der Koalition kaum Unterstützer. Auch der Unionsfraktionsvorsitzende Kauder spricht sich gegen das Modell aus. Zustimmung bekommt sie dafür von der Piratenpartei.

          Der koalitionsinterne Streit über das Zuschussrenten-Modell Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyens (CDU) hält an. Der Unionsfraktionsvorsitzende Volker Kauder (CDU) kritisierte, darin würden Versicherungs- und Fürsorgeprinzip vermischt. Das sei ein falsches Mittel, um in Zukunft Altersarmut zu bekämpfen. Dafür bedürfe es einer „systematischen Grundlösung“, sagte Kauder. Ähnlich hatte sich schon Kanzlerin Angela Merkel (CDU) geäußert.

          Zustimmung äußerte dagegen die Piratenpartei zu den Plänen von der Leyens. Ihr Vorschlag komme dem bedingungslosen Grundeinkommen entgegen, sagte der Parteivorsitzende Bernd Schlömer. Er würde jedoch lieber das bedingungslose Grundeinkommen einführen, als „an einem nicht funktionierenden System“ weiter herumzuflicken.

          Merkel: Union vor langer Debatte

          Auch der Sozialverband VdK Deutschland lehnt das Zuschussrenten-Modell als untauglich ab. Nur relativ wenige Rentner würden davon profitieren, sagte VdK-Präsidentin Ulrike Mascher. Zur Bekämpfung von Altersarmut schlug sie vor, die steuerlichen Zuschüsse an die gesetzliche Rentenversicherung zu erhöhen.

          Um Altersarmut zu verhindern, sprach sich der ehemalige Bundesarbeitsministers Norbert Blüm (CDU) für eine Erhöhung des Rentenbeitrags aus. Er liegt derzeit bei 19,6 Prozent und soll voraussichtlich auf 19,0 Prozent sinken. „Ohne Beitragssteigerung ist die demografische Entwicklung nicht zu meistern“, sagte Blüm im Deutschlandfunk. Er bezeichnete die Senkung des Rentenniveaus als Skandal: „Wenn jemand, der ein ganzes Leben lang gearbeitet hat, weniger Rente bekommt, als wenn er nicht gearbeitet hat, dann ist das System übergeschnappt.“

          Bundeskanzlerin Merkel hatte am Montag deutlich gemacht, dass sie wenig Chancen sieht, Frau von der Leyens Pläne rasch in die Tat umzusetzen. „Wir stehen in der Union vor einer langen Debatte, um die Probleme zu lösen“, sagte sie.

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