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Alternative für Deutschland : Lucke erwägt Rückzug aus der Parteispitze

Der AfD-Bundesvorsitzende Bernd Lucke hätte gerne mehr Zeit für seine Familie Bild: AFP

Bernd Lucke, der Bundesvorsitzende der Alternative für Deutschland, erwägt, sich aus der Parteispitze zurückzuziehen, wenn die Struktur der Partei nicht umgebaut wird. Aus der AfD gibt es nicht nur Zustimmung.

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          Der AfD-Bundesvorsitzende Bernd Lucke erwägt, im nächsten Jahr nicht mehr für sein Amt zu kandidieren. „Ich habe noch nicht entschieden, ob ich noch einmal antreten werde“, sagte Lucke im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. (Das ganze Interview lesen Sie am Montag in der Zeitung oder am Sonntagabend von acht Uhr an im E-Paper.)

          Justus Bender

          Redakteur in der Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Lucke wolle „ab und zu auch mal wieder Zeit für meine Familie“ haben. „Vielleicht bieten sich andere Führungspersönlichkeiten an“, sagte Lucke – der seine Äußerung mit der Forderung verband, die Ämter eines alleinigen Parteivorsitzenden – bisher sind es drei – und eines Generalsekretärs zu schaffen. Bei drei Vorsitzenden sei der Koordinationsbedarf zu hoch. „Tatsächlich geht es darum, dass ich entlastet werden muss von dem erdrückenden Arbeitspensum.“ Die Forderung von Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU), die AfD mit einer Änderung des Parteiengesetzes um die Vorteile ihres Goldhandelsgeschäfts zu bringen, nannte Lucke unterdessen „erbärmlich“. Aus „Neid“ werde versucht, eine „Lex AfD“ zu schaffen, obwohl die „Altparteien“ durch parteinahe Stiftungen stärker vom Staat finanziert würden als die AfD.

          Die AfD-Bundesvorsitzende Frauke Petry sagte dieser Zeitung, sie finde es „unglücklich“, wenn Lucke eine Vorentscheidung in der Satzungsdebatte erzwingen wolle, indem er sie mit seiner Person verknüpfe. Sie arbeite „ungern mit Drohungen“. Das Modell der drei Parteivorsitzenden habe sich bewährt, sagte Petry. Der Bundesvorsitzende Konrad Adam sagte dieser Zeitung, Lucke sei „in mancher Beziehung unentbehrlich“, aber der Erfolg sei mit dem bisherigen Modell erreicht worden. Es sei „nicht das erste Mal“, dass Lucke drohe, nicht mehr anzutreten.

          Der stellvertretende Bundesvorsitzende Hans-Olaf Henkel verteidigte Lucke: „Ich kenne keine Partei, die sich so eine Kakofonie leistet wie die AfD“, sagte er. Gerade dieser Streit zeige, dass es Bedarf gebe, „die Spitze zu konsolidieren“. Die stellvertretende Bundesvorsitzende Patricia Casale sagte, sie könne sich nur Lucke als alleinigen Vorsitzenden vorstellen. In einer Zeit nach ihm sei das Modell aber „hochgefährlich“. Nordrhein-Westfalens Landesvorsitzender Marcus Pretzell sagte, ein Rücktritt Luckes „wäre ein schwerer Schlag“. Wenn sich die Basis aber ihre Satzung „von oben diktieren“ lasse, sei der Schaden größer.

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