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Alter Vertrauter Münteferings : Wasserhövel wird „Wahlkampfmanager“ der SPD

  • Aktualisiert am

Er ist ein enger Vertrauter von Franz Müntefering: Kajo Wasserhövel Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Ein SPD-interner Streit um seine Person hatte 2005 zum Rücktritt Münteferings als Parteivorsitzender geführt - nun konnte sich Müntefering als designierter Parteichef anscheinend durchsetzen: Kajo Wasserhövel ist zum neuen Bundesgeschäftsführer berufen worden.

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          Ein Tag nach der Nominierung Franz Münteferings für das Amt des SPD-Parteivorsitzenden sind erste Personalveränderungen in der SPD-Parteizentrale, dem Willy-Brandt-Haus, bekannt geworden. Der frühere SPD-Bundesgeschäftsführer Wasserhövel, der zurzeit beamteter Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium ist, soll neuer SPD-Bundesgeschäftsführer werden. Diese Aufgabe wird bisher von Martin Gorholt versehen, der 2005 vom damaligen SPD-Vorsitzenden Platzeck in die Parteizentrale geholt worden war.

          Wasserhövel ist ein alter Vertrauter Münteferings. Schon in der „Kampa“, die den Wahlkampf 1998 plante, wirkte Wasserhövel mit. In den Jahren vor 2005, als Müntefering SPD-Vorsitzender war, war Wasserhövel schon einmal SPD-Bundesgeschäftsführer gewesen. Müntefering hatte ihn nach der Bundestagswahl für das Amt des SPD-Generalsekretärs vorgeschlagen. Weil er damit scheiterte, trat er von dieser Aufgabe zurück. Neuer SPD-Chef wurde daraufhin Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck. Das Amt des Generalsekretärs übernahm auf Platzecks Vorschlag hin Hubertus Heil. Wasserhövel wurde Staatssekretär im von Müntefering geleiteten Bundesarbeitsministerium.

          Weniger wichtige Rolle für Heil

          SPD-Generalsekretär Heil teilte am Dienstag der Mitarbeiterversammlung des Willy-Brandt-Hauses mit, er wolle „in Absprache und Übereinstimmung“ mit dem Kanzlerkandidaten Steinmeier und Müntefering Wasserhövel zum neuen Bundesgeschäftsführer bestellen. Wasserhövel werde in dieser Funktion auch die „Aufgabe des Wahlkampfmanagers“ ausüben.

          Es gab Hinweise im SPD-Parteivorstand, Heil müsse sich möglicherweise darauf einstellen, eine weniger wichtige Rolle zu spielen. Es wurde an die Zeit von SPD-Generalsekretär Benneter erinnert, dessen Einflussmöglichkeiten begrenzt waren. Die eigentliche Führung des Willy-Brandt-Hauses hatte schon damals Wasserhövel inne; die politische Führung wurde damals zudem aus dem Bundeskanzleramt ausgeübt. Auf der anderen Seite gilt Heil seit längerer Zeit als einer der Vertrauten Steinmeiers.

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