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Alltagsrassismus in Deutschland : Wie hell muss die Haut sein, damit man ungestört leben kann?

Elliott Carlton Hines fühlt sich in Stuttgart willkommen Bild: Verena Müller

In der Bundesrepublik nimmt der Rassismus zu, darauf deuten Statistiken hin. Ein Bariton, ein Krebsforscher, eine Kulturanthropologin und ein Polizeikommissar erzählen, wie sie damit umgehen.

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          Zu normalen Zeiten liegen im Foyer des Stuttgarter Staatstheaters keine Requisiten herum. Aber es sind ja keine normalen Zeiten gerade, und darum steht jetzt ein Kleiderständer vor der Tür zum ersten Rang, daran ein Zettel: „Parcours Herren Ballett“. Statt Aufführungen mit 1400 Zuschauern im Großen Haus gibt es nun einen sogenannten Theater-Parcours, gezeigt werden Szenen der Bühnenliteratur an Stationen mit jeweils fünf Metern Abstand, dargeboten immer nur für kleine Gruppen. Elliott Carlton Hines kommt mit einem bunten Mund-Nasen-Schutz ins Foyer und nimmt auf einem der Sofas Platz. Er sieht etwas erschöpft aus. Der Bariton aus dem jungen Ensemble probt wegen der Corona-Pandemie gerade ein Stück, das erst im November Premiere haben wird – ganz und gar unüblich im Theaterbetrieb.

          Kim Björn Becker
          Redakteur in der Politik.
          Reiner Burger
          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.
          Rainer Hermann
          Redakteur in der Politik.
          Stefan Locke
          Korrespondent für Sachsen und Thüringen mit Sitz in Dresden.
          Rüdiger Soldt
          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Doch das ist nicht alles. Der 29 Jahre alte Afro-Amerikaner muss noch mit einer zweiten Krise klarkommen. Die Erschütterungen der amerikanischen Gesellschaft seit dem Tod George Floyds treffen ihn zutiefst. Hines stammt aus Houston, und es ist seine Heimat, die da gerade in Flammen steht. Hines hat dunkle Haut, das Thema Rassismus geht ihm nahe. Und es ist ja nicht so, dass die Schockwellen der Gewalttat eines Polizisten in Minneapolis, der Floyd so lange sein Knie auf den Hals drückte, bis dieser erstickte, nur in Amerika zu spüren sind. Auch in Deutschland wird dieser Tage über Rassismus diskutiert, am vergangenen Wochenende gingen in mehreren deutschen Städten Zehntausende auf die Straße, um gegen Diskriminierung und Gewalt zu demonstrieren.

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