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Prozess in München : Bewährungsstrafe für Allgäuer Islamistin

  • Aktualisiert am

Die Angeklagte Andrea B. im Landgericht München Bild: dpa

Eine junge Islamistin aus dem Allgäu, die mit ihren Kindern in den Krieg nach Syrien gereist war, wurde zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt.

          Eine junge Islamistin aus dem Allgäu, die mit ihren Kindern nach Syrien ausgereist war, ist zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt worden. Das Münchner Landgericht folgte damit nicht der Argumentation der Anklage, die der Frau die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vorgeworfen hatte.

          Die 30-Jährige wurde am Mittwoch lediglich wegen Entziehung Minderjähriger verurteilt, weil sie ihre beiden Töchter Anfang 2014 ohne Wissen des getrennt lebenden Vaters nach Syrien mitgenommen hatte. Die Staatsanwaltschaft hatte drei Jahre Haft gefordert, die Verteidigung eine Bewährungsstrafe. Die Allgäuerin sitzt seit neun Monaten in Untersuchungshaft.

          Andrea B. wurde 1985 in Halle geboren und zog noch als Kind mit ihrer Mutter nach Immenstadt im Allgäu. Sie machte eine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau und lebte offenbar ein normales Leben. Mit ihrem türkischen Lebensgefährten bekam sie zwei Töchter, doch die Beziehung hielt nicht lange.

          Irgendwann kam sie – offenbar über ein befreundetes Paar – in Kontakt mit dem Islam. Sie beschäftigte sich intensiv mit der Religion, fing an, Schleier zu tragen. 2012 konvertierte sie. Über das Internet lernte sie einen jemenitischen Studenten kennen, den sie heiratete. Doch auch diese Beziehung währte nicht lange – auch weil der Mann Andrea B.s radikale religiöse Vorstellungen nicht teilte.

          Am 2. Januar 2014, kurz vor ihrem 29. Geburtstag, flog Andrea B. mit ihren beiden Töchtern dann von München über Istanbul ins türkische Hatay nahe der syrischen Grenze. Der Vater der Kinder, der nichts von den Reiseplänen wusste, wendete sich an die Polizei. Doch B. schaffte es mit den beiden Mädchen über die Grenze.

          Dort ließ sich, nach den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft, in der Verwendung von Maschinenpistolen und Kalaschnikws unterweisen. Außerdem habe sie Zugang zu Handgranaten gehabt, heißt es weiter. Am 23.Mai vergangenen Jahres kehrte B. schließlich mit ihren Kindern zurück nach Deutschland. Am Frankfurter Flughafen wurde sie aufgrund eines Haftbefehls aus Memmingen festgenommen – zunächst wegen der Kindesentziehung.

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