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Allensbach-Umfrage : Die alternativlose Angela Merkel

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Auch nach zehn Jahren im Amt faltet Angela Merkel noch ihre Hände. Bild: dpa

Bei ihrem Amtsantritt vor zehn Jahren galt Angela Merkel als schwach. Heute halten auch ihre Gegner sie für eine starke Kanzlerin. Daran ändert selbst ihre Flüchtlingspolitik nichts.

          Als Angela Merkel vor fast genau zehn Jahren, am 22. November 2005, zur Bundeskanzlerin gewählt wurde, waren die Erwartungen der Deutschen an die neue Amtsinhaberin gedämpft. Bei der Bundestagswahl vom 18. September 2005 hatte die CDU/CSU mit ihr als Spitzenkandidatin das nach 1998 zweitschlechteste Zweitstimmenergebnis seit 1949 erhalten: Gerade 35,2 Prozent hatten sich für die Unionsparteien entschieden. Das waren trotz einer für die CDU/CSU eigentlich günstigen politischen Großwetterlage 3,3 Prozent weniger als bei der vorangegangenen Wahl, bei der die Union mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber als Spitzenkandidaten angetreten war.

          Noch während des Wahlkampfes, im August 2005, hatte das Institut für Demoskopie Allensbach die Bürger in einer Repräsentativumfrage gefragt, welche Eigenschaften der CDU-Vorsitzenden zugeschrieben werden könnten. Bereits damals bescheinigte ihr eine Mehrheit von 66 Prozent der Deutschen, sie sei intelligent, 50 Prozent glaubten, sie habe Mut. Doch die meisten anderen positiven Eigenschaften, die den Befragten zur Auswahl vorgelegt wurden, mochten der Kandidatin nur Minderheiten zuschreiben. Immerhin 39 Prozent meinten noch, sie sei eine Politikerin mit „Verstand und klarer Linie“, 37 Prozent vermuteten bei ihr große Sachkenntnis, 26 Prozent hielten sie für vertrauenswürdig, 23 Prozent für eine starke Führungspersönlichkeit.

          Und als das Allensbacher Institut im November 2005, unmittelbar vor dem Amtsantritt, die Frage stellte: „Was vermuten Sie: Wird Angela Merkel eine starke oder schwache Bundeskanzlerin sein?“, antworteten gerade 32 Prozent, sie rechneten damit, dass sie eine starke Bundeskanzlerin sein werde, 39 Prozent sagten ausdrücklich, sie werde eine schwache Kanzlerin werden.

          Heute, zehn Jahre danach, ist von der Vorstellung, Angela Merkel sei eine schwache Bundeskanzlerin, nichts übrig. In der jüngsten Repräsentativumfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Frankfurter Allgemeinen Zeitung wurde abermals gefragt, welche Eigenschaften man Angela Merkel zuschreiben könne. Die Antworten unterscheiden sich nicht sehr in der Rangfolge der am häufigsten ausgewählten Punkte. Auch heute werden der Bundeskanzlerin die gleichen Stärken und Schwächen zugeschrieben wie vor einem Jahrzehnt. Doch das Gesamtprofil ist viel stärker geworden. An erster Stelle steht nach wie vor, Angela Merkel sei intelligent; 82 Prozent der Deutschen sind heute dieser Ansicht. Aber darüber hinaus halten sie heute 62 Prozent für eine starke Führungspersönlichkeit, 56 Prozent finden, sie sei eine Politikerin mit Verstand und klarer Linie, 55 Prozent bescheinigen ihr Mut, 54 Prozent große Sachkenntnis.

          56 Prozent der Deutschen halten Merkel für eine starke Kanzlerin

          So ist es nur folgerichtig, dass heute 56 Prozent der Deutschen auf die Frage „Ist Angela Merkel Ihrem Eindruck nach eine starke oder schwache Bundeskanzlerin?“ antworten, sie sei eine starke Bundeskanzlerin, während nur 16 Prozent sie für schwach halten. An diesem Gesamteindruck hat auch die Haltung Angela Merkels in der aktuellen Flüchtlingskrise - wenn überhaupt - nur wenig ändern können. So war zwar im Februar 2013 der Anteil derjenigen, die Merkel für eine starke Bundeskanzlerin hielten, mit 61 Prozent noch etwas größer als heute, doch in den Jahren 2006 bis 2010 hatten die Werte zwischen 42 und 49 Prozent gelegen.

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