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Allensbach-Umfrage : Wird Deutschland am Hindukusch verteidigt?

  • -Aktualisiert am

Bei der Wiederholung der Frage im Jahr 2002 meinten dagegen 41 Prozent, Deutschland solle mehr Verantwortung übernehmen, nur noch 29 Prozent sprachen sich für Zurückhaltung aus. Ebenfalls 2002 antworteten 51 Prozent auf die erwähnte Frage, ob deutsche Soldaten sich in Zukunft an der Schutztruppe in Afghanistan beteiligen sollten, mit „Ja“.

Jungen Leuten gefällt der Soldat in Uniform

Die Bundeswehr hat in der Bevölkerung einen guten Ruf. 51 Prozent sagten im Januar dieses Jahres, sie hätten „sehr viel“ oder „ziemlich viel Vertrauen“ in die Streitkräfte, und dies, obwohl zum Zeitpunkt der Befragung eine außerordentlich heftige öffentliche Debatte über den Luftschlag bei Kundus vom 4. September 2009 geführt wurde. Zum Vergleich: „Sehr viel“ oder „ziemlich viel“ Vertrauen in den Bundestag äußerten zum selben Zeitpunkt 34 Prozent der Befragten, bei der Bundesregierung waren es 35 Prozent, bei den Kirchen - vor Bekanntwerden der Missbrauchskandale - 39 Prozent.

Auch militärische Symbole in der Öffentlichkeit werden von der Bevölkerung heute mehr akzeptiert als vor zwei Jahrzehnten - ein sicheres Zeichen für wachsende gesellschaftliche Akzeptanz. Dies zeigen zum Beispiel die Antworten auf eine Frage, bei der schriftlich zwei Meinungen zum Tragen von Uniformen in der Öffentlichkeit zur Auswahl vorgelegt wurden. Die eine lautete: „Ich finde, wenn ein junger Mann bei der Bundeswehr ist, dann soll er das auch ruhig zeigen und zum Beispiel in Uniform am Wochenende nach Hause fahren.“ Die Gegenposition lautete: „Uniformen gehören nun wirklich nicht mehr in die heutige Zeit. Die Bundeswehrsoldaten sollten ihre Uniformen in der Kaserne lassen, wenn sie nach Hause fahren.“ 1991 entschied sich eine deutliche Mehrheit von 50 Prozent der Befragten für die zweite Position, 35 Prozent für die erste. Heute ist die Bevölkerung gespalten. 41 Prozent sagen im Mai 2010, ein Soldat könne ruhig auch außerhalb des Dienstes Uniform tragen, 43 Prozent meinen, Uniformen gehörten nicht mehr in unsere Zeit.

Auf die Frage „Wenn Sie auf der Straße einen Bundeswehrsoldaten in Uniform sehen, gefällt Ihnen das, oder gefällt Ihnen das nicht?“ antwortet die Bevölkerung heute tendenziell positiv: 37 Prozent sagen, es gefalle ihnen, 14 Prozent meinen, es gefalle ihnen nicht, die übrigen Befragten sind unentschieden oder sagen, sie bekämen nie Soldaten zu Gesicht. Dabei reagieren die jungen Leute bis 30 Jahre deutlich positiver als die Generation ihrer Eltern. Sie sagen zu 42 Prozent, es gefalle ihnen, wenn sie einen Bundeswehrsoldaten in Uniform sähen. Ebenso viele sind es bei den Befragten über 60 Jahre. Die Bürger zwischen 30 und 44 Jahren geben dagegen nur zu 31 Prozent diese Antwort.

Zweifel an der Zweckmäßigkeit

Die zunehmende Akzeptanz des Militärischen in der Öffentlichkeit verdient auch deswegen hervorgehoben zu werden, weil der Anteil derer, die persönlichen Kontakt zu Soldaten haben, rückläufig ist, das Militär im Alltag der meisten Menschen also eher in die Ferne rückt. 27 Prozent der Deutschen sagen heute, sie hätten im Verlauf der Woche vor der Umfrage einmal einen Bundeswehrsoldaten in Uniform gesehen. 1984 sagten dies noch 44, 1991 immerhin noch 38 Prozent. Hier schlagen sich die Verkleinerung der Bundeswehr seit der deutschen Einheit und die stark gesunkene Zahl der zum Militärdienst eingezogenen Wehrpflichtigen nieder. Doch von einer Entfremdung zwischen Bundeswehr und Bevölkerung ist nichts zu erkennen.

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